Gattung: Licinus Latreille 1802

CarabidaeHarpalinaeLicinini
Von Arved Lompe
Weitgehend durch die Merkmale der Unterfamilie gekennzeichnet. Der Kopfschild läßt die glänzende Basalmembran der Oberlippe großenteils unbedeckt. Am Augeninnenrand 2 Borsten. Kinn ohne Mittelzahn. Halsschildecken meist breit abgerundet. Flügeldecken mit 9 Streifen und Scutellarstreif, Intervalle meist punktiert, 3. Intervall ohne Porenpunkte. ♂ mit nur 2 stark erweiterten Vordertarsengliedern, deren Sohle beschuppt ist. Vor allem auf sandigen oder kalkhaltigen Böden, mehrere Arten montan bis alpin. Meist an trockenen Stellen, teils auch in Wäldern und bis hochalpin lebend und tagsüber unter Steinen verborgen. Für einige Arten werden Schnecken als bevorzugte Beutetiere genannt. In Europa sind 14 Arten vertreten, davon 5 in Mitteleuropa.
In der Tabelle nicht berücksichtigt:
Griechenland: Kreta. ...bartoni Maran, 1934
#1
→ 2tHalsschild zur Basis annähernd gerade oder schwach konkav verengt, die Hinterecken kurz verrundet [Abb. 1]. Flügeldecken mit tiefen Streifen. Prosternalfortsatz nicht gerandet. Die Borsten am Seitenrand der Flügeldecken (Umbilicalborsten) in 2 separierten Gruppen angeordnet, die in der Mitte breit getrennt sind. Untergattung Neorescius Bedel, 1906.
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Abb. 1
→ 4t-Halsschild zur Basis zumindest schwach konvex verengt, die Hinterecken breiter verrundet. Flügeldecken mit feinen Streifen oder Punktreihen. Prosternalfortsatz gerandet. Umbilicalborsten gleichmäßig ohne Unterbrechung entlang des Seitenrandes verteilt. Untergattung Licinus s.str.
#2t
hoffmanseggii (Panz., 1797) nebrioides Hoppe et Hornschuh, 1825Fühler erst vom 4. Glied an dicht behaart. Halsschildseitenränder breit abgesetzt und aufgebogen [Abb. 2]. Flügeldecken glänzend schwarz mit scharfen, nur in der Tiefe fein punktierten Längsstreifen [Abb. 1]. Die Zwischenräume sind in der Regel nur in Schulternähe erkennbar punktiert. Durch die stark gefurchten Flügeldecken und herzförmigen Halsschild einem Pterostichus sehr ähnlich. Beim Halsschild sind Seiten und Basis deutlich gegen die Mitte abgesetzt. Fühler etwa vom 4. Glied ab gelb- bis rotbraun, desgleichen die Tasterenden. Aedoeagus [Abb. 3]. 9-15 mm. Vom Französischen Zentralplateau montan-alpin über die Gebirge des südlichen Mittel- und Südosteuropa bis zu den Karpaten und zum Balkan verbreitet. Hygrophil, anscheinend kalkliebend. In höheren Lagen häufiger. Mit größerem Kopf, breiter ovalen Flügeldecken und durchschnittlich größer: 11-15 mm. Krain. var.
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Abb. 2
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Abb. 1
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Abb. 3
→ 3t-Fühler zuminderst vom 3. Glied an dicht behaart.
#3t
oertzeni Reitter, 1889Fühler schon vom Ende des 2. Glieds an dicht behaart. Halsschildseitenränder nicht breit abgesetzt, nur der schmale Randwulst deutlich . 10-11 mm. Griechenland.
oblongus Dejean, 1826-Fühler von der Mitte des 3. Glieds an dicht behaart. Halsschildseitenränder breit abgesetzt, aber schmäler als bei hoffmannseggi. Halsschildseitenrand außer der normalen Randborste mit einigen kleineren Haaren. Aedoeagus [Abb. 4]. 10-11 mm. Südfrankreich: Meeralpen, Alpen der Hohen Provence.
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Abb. 4
#4t
→ 5tSchulterrand der Flügeldecken vollkommen verrundet [Abb. 5]. Die abwechselnden Flügeldeckenintervalle meist (nicht immer!) stärker erhöht.
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Abb. 5
→ 7t-Schulterrand der Flügeldecken zumindest schwach gewinkelt [Abb. 6]. Alle Flügeldeckenintervalle flach oder schwach gekielt.
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Abb. 6
#5t
silphoides (Rossi, 1790)Oberseite deutlich schütter behaart, Haare kurz und aufstehend, im Profil gut sichtbar [Abb. 7]. Flügeldeckenzwischenräume fein und etwas irregulär (aber annähernd 2-reihig) punktiert [Abb. 8]. Flügeldecken matt seidenglänzend, die dichte, feine Intervallpunktierung unterscheidet sich wenig von der der feinen, nahtartigen Reihen, die zur Basis undeutlich werden können und von der dort etwas stärkeren Intervallpunktierung überdeckt werden, nur die Mitte der abwechselnd rippig erhabenen Intervalle bleibt ± frei von Punkten [Abb. 9]. Halsschildmitte im Vergleich zu punctatulus in der Regel deutlicher punktiert, die Basis weniger grob gerunzelt. Aedoeagus [Abb. 10]. 12-17 mm. An trockenen, sandigen Orten, aber auch an Ufern und Küsten. Mittelmeergebiet, Kleinasien, Kaukasus. In Mitteleuropa bisher nur in Südkärnten. (Untergattung Licinus s.str.)
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
→ 6t-Oberseite kahl oder nur extrem kurz behaart, die Haare auch im Profil nur schwer sichtbar. Flügeldeckenintervalle gröber und verstreut, aber annähernd 1-reihig punktiert. Oberseite häufig leicht glänzend.
#6t
→ 6aFlügeldecken in den Zwischenräumen zumindest im hinteren Drittel grob punktiert.
aegyptiacus Dejean, 1826-Punktur der Flügeldeckenintervalle auch im hinteren Drittel fein. Alle Flügeldeckenintervalle flach. 13-16mm. Griechische Inseln, Kleinasien.
#6a
manriquianus Wollaston, 1862Flügeldecken ziemlich glänzend [Abb. 11], Streifen tief eingedrückt, fein punktiert, Zwischenräume mit groben Punkten, dazwischen unregelmäßig mit kleinen untermischt [Abb. 5]. 12-17 mm. Kanarische Inseln: Fuerteventura und Lanzarote.
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Abb. 11
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Abb. 5
→ 6b-Flügeldecken mit mattem Seidenglanz, Streifen nicht oder kaum vertieft, nur durch eine dichte Reihe von feinen Punkten markiert, die Zwischenräume mit einer Reihe von groben Punkten die in vertieften Punktgruben stehen, dazwischen höchstens vereinzelt kleine Punkte. L. punctatulus mit seinen Rassen.
#6b
granulatus Dejean, 1826Die abwechselnden Zwischenräume meist, aber nicht immer etwas erhöht [Abb. 12], Punktreihen fein punktiert. Halsschild schmäler [Abb. 13], die Mitte meist etwas verloschen punktiert, dafür die Basis gröber, etwas runzlig, der Seitenrandwulst stärker nach hinten verbreitert. Etwas glänzender. 13-18 mm. Bevorzugt Sand- und Kalkböden. Über West- und Südeuropa bis Dalmatien verbreitet; Kanarische Inseln. In Mitteleuropa nur in Westdeutschland, östlich bis Thüringen, aber nur sehr selten und meist alte Funde. (punctulatus Andrewes). punctatulus ssp.
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Abb. 12
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Abb. 13
punctatulus (F., 1792)-Oberseite matter, die ungeraden Zwischenräume nicht deutlich erhöht, die inneren Streifen nicht vertieft [Abb. 14]. Halsschild stärker quer [Abb. 15]. Aedoeagus [Abb. 16]. 12-17 mm. Azoren (eingeschleppt?), Spanien, westliches Nordafrika. Stammform.
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
siculus Dejean, 1826-Mir unbekannt ist eine aus Kroatien und Italien gemeldete Rasse. punctatulus ssp.
torretassoi Schatzm., 1937-Mir ebenfalls unbekannt ist eine Rasse aus Lybien. punctatulus ssp.
#7t
peltoides Dejean, 1826Alle Flügeldeckenintervalle schwach gekielt; jederseits der Streifen mit einer fast regelmäßigen Punktreihe. 16-17 mm. Südliche Iberische Halbinsel.
→ 8t-Alle Flügeldeckenintervalle flach, irregulär punktiert.
#8t
Halsschild zumindest im äußeren Bereich des Vorderrands fein gerandet. Durchschnittlich kleiner: 8-14,5 mm. ...9t
cassideus (F., 1792)-Halsschildvorderrand völlig ungerandet. Durchschnittlich grösser: 11-18 mm [Abb. 17]. Halsschild stark quer. Flügeldecken gut 3 x so lang wie der Halsschild in der Mitte. Flügeldeckenpunktreihen nicht überall deutlich, die diffus verstreuten Intervallpunkte nicht größer als die Reihenpunkte [Abb. 6]. Mattschwarz, Fühler vom 4. Glied ab bräunlich. Aedoeagus [Abb. 18]. Mittel-, Südosteuropa, Kaukasus; auch in Frankreich. In Mitteleuropa sehr verbreitet, aber selten und meist nur alte Funde. An xerothermen Stellen. Die Imago überwintert.
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Abb. 17
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Abb. 6
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Abb. 18
#9t
depressus (Payk., 1790)Halsschild nur im äußeren Bereich des Vorderrands fein gerandet. Durchschnittlich kleiner, 8-12mm. Halsschild wenig quer, zur Basis schwächer verengt, der Seitenrand vor der Basis nicht aufgebogen. Flügeldecken etwa 2,5 x so lang wie der Halsschild, mit ziemlich feinen, aber deutlichen Punktreihen und fast gleichgroßen, verstreuten Intervallpunkten [Abb. 19]. Matt bis fettglänzend schwarz, Fühler vom 4. Glied ab ± bräunlich. Aedoeagus [Abb. 20]. Europa, Kaukasus, Sibirien. In Mitteleuropa überall selten, oft nur alte Funde, geht auch ins Gebirge bis in subalpine Lagen. Überwintert als Imago.
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Abb. 19
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Abb. 20
→ 10-Halsschildvorderrand auch in der Mitte gerandet. Durchschnittlich größer, 11-14mm. Halsschild zur Basis stärker verengt, der Seitenrand vor der Basis etwas aufgebogen. Hierher eine Reihe variabler und einander sehr ähnlicher Formen aus Südeuropa.
#10
aequatus (Serville, 1821)Halsschildseiten nach vorne weniger verrundet, die Hinterecken stärker vorstehend, die Ausrandung der Basis tiefer. Aedoeagus [Abb. 21]. 11-14 mm. Frankreich, Iberische Halbinsel.(nitidior Pic 1924, reymondi Colas, 1949)
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Abb. 21
planicollis Fauvel, 1888-Halsschildseiten nach vorne stärker verrundet, die Hinterecken breit abgerundet und die Ausrandung der Basis weniger stark. Kopf sehr grob und tief punktiert. Aedoeagus [Abb. 22]. 11-14 mm. Frankreich, Italien.
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Abb. 22
italicus Puel, 1925-Hierher noch eine mir unbekannte Art aus Italien.
Enthaltene Taxaaegyptiacus aequatus cassideus depressus granulatus hoffmanseggii italicus manriquianus nebrioides oblongus oertzeni peltoides planicollis punctatulus siculus silphoides torretassoi
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