Unterfamilie: Hylesininae

ColeopteraRhynchophoraScolytidae
Von Arved Lompe (n. K.E. Schedl, A. Pfeffer)
Schedl, K.E. (1981): Scolytidae in: Käfer Mitteleuropas, Hrsg. Freude, Harde, Lohse, 10:34-99, Goecke & Evers, Krefeld, >>>"F:\taxa\coleo\scans\_FHL-10.tif"
Pfeffer, A. (1994): Zentral- und westpaläarktische Borken- und Kernkäfer (Coleoptera: Scolytidae, Platypodidae). - Entomologica Basiliensia, 17:5-310 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Pfeffer1994 Scolytidae.tif"
Basalrand der Flügeldecken aufgebogen, gekantet oder gekerbt, Kopf meist von oben sichtbar, Halsschild ohne Buckel, Skulpturierung ± gleichförmmig. Die systematische Gliederung ist je nach Bearbeiter unterschiedlich, ich folge hier Pfeffer (l.c.)
Tabelle für mitteleuropäische Tiere nach Schedl (l.c.). >>>7
#1
→ 2Basalrand der Flügeldecken gehöckert oder gekerbt oder gezähnelt und aufgebogen [Abb. 1] [Abb. 2].
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Abb. 1
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Abb. 2
Hylastini LeConte-Flügeldecken mit nicht oder nur wenig aufgebogenem, schwach gekerbtem Basalrand [Abb. 3]. Kopf mit kurzem Rüssel. Halsschild punktiert, ohne Körnchen an den Seiten. Fühlergeissel 7-gliedrig. Fühler mit kurzer, 4-gliedriger Keule. Schildchen gut sichtbar. Drittes Tarsenglied zweilappig. Geschlechtsdimorphismus bei einigen Arten in der Form der Bauchbehaarung vorhanden. Tribus.
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Abb. 3
#2
→ 3Der gehöckerte oder gezähnelte Flügeldeckenbasalrand ist gegen das Schildchen nach hinten gebogen [Abb. 1] [Abb. 2]. Schildchen sichtbar. Drittes Tarsenglied ist zweilappig, das vierte kleine Glied in den Lappen des dritten versteckt.
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Abb. 1
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Abb. 2
→ 6-Der fein gezähnelte oder gekerbte Basalrand der Flügeldecken ist ganz gerade, an der Naht nicht deutlich unterbrochen [Abb. 4]. Schildchen nicht sichtbar. Drittes Tarsenglied nicht gelappt.
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Abb. 4
#3
Phloeotribus LatreilleDie einzelnen Fühlerkeulenglieder sind voneinander getrennt [Abb. 5] oder sogar fächerartig geblättert [Abb. 6]. Geschlechtsdimorphismus bei der Stirnform, bei den Männchen meistens mit einer Grube. Körper klein (1-2,5 mm). Die 3 Gattungen der früheren Autoren sind zu einer Gattung zusammengefaßt. Tribus Phloeotribini
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Abb. 5
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Abb. 6
→ 4-Die Fühlerkeule kompakt, lang oder kurzoval [Abb. 7]. Stirn ohne Grube.
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Abb. 7
#4
Phloeosinus Chapuis, 1869Augen nierenförmig. Halsschild fein punktiert und beidseits ohne Körnchen. Fühler mit 5-gliedriger Geissel und mit grosser, länglich ovaler 4-gliedriger Keule. Flügeldecken am Absturz mit Höcker- oder Zähnchenreihen oder mit einzelnen Zähnen. Geschlechtsdimorphismus bei der Stirnform und meistens auch am Absturz. Tribus Phloeosinini, nur eine Gattung
→ 5-Augen am Innenrand ohne Ausschnitt. Halsschild dicht punktiert oder gekörnt oder oft vorne beidseits gehöckert. Fühler mit langovaler 3-gliedriger oder gerundeter 4-gliedriger Keule. Flügeldeckenabsturz gewölbt und ohne Höckerreihen oder Zähnchen.
#5
Hylesinini ErichsonHalsschild vorne beidseits mit einzelnen flachen Körnchen (Ausnahme Gattung Hylastinus Bedel). Flügeldecken punktiert gestreift mit Borstenhaaren oder mit dichten bunten Schuppen bedeckt. Vorderhüften durch einen breiten Fortsatz des Prosternums weit getrennt. Fühlergeissel 7-gliedrig, selten 6-gliedrig (Gattung Kissophagus Bed.). Fühlerkeule langoval. Bei den ♂ ist die Stirn flach ausgehöhlt oder nur flach, bei den ♀ leicht gewölbt. Tribus.
Hylurgini Gistel, 1848-Halsschild einfach, auch beidseits nur punktiert, ohne Körnchen. Flügeldecken punktiert gestreift, ohne Schuppen oder Borstenhaare. Vorderhüften beieinanderstehend. Schildecken versenkt. Fühlergeissel 5- oder 6-gliedrig. Fühlerkeule gerundet oder kurz oval. (Tomicini) Tribus.
#6
Polygraphini ChapuisAugen tief ausgerandet oder in 2 gesonderte Stücke geteilt. Halsschild gleichmässig punktiert und beschuppt, an den Seiten ohne Körnchen. Flügeldecken anliegend fein und dicht beschuppt. Fühlergeissel 5- oder 6-gliedrig. Fühler mit 4-gliedriger Keule. Geschlechtsdimorphismus bei der Stirnstruktur. Körpergrösse 1,1- 3,5 mm. Tribus.
Hypoborini Nüsslin-Augen nur flach ausgerandet oder keine Ausrandung. Halsschildscheibe meistens mit 2 lockeren feinen Körnchenreihen. Flügeldecken mit kurzen nicht anliegenden Schuppen, mit Borstenhaaren oder nur mit anliegenden und halbaufstehenden Borstenhaaren. Fühlergeissel 4- oder 5-gliedrig. Fühlerkeule oval, 3- oder 4-gliedrig. Körper sehr klein, nur 0,6-1,5 mm gross. Tribus.
#7
Phloeotribus LatreilleFühlerkeule 3-gliedrig, die einzelnen Glieder einseitig ± asymmetrisch, oder zweiseitig frei beweglich (lose gegliedert) [Abb. 6] [Abb. 5]. Tribus Phloeotribini. (incl. der früheren Gattungen Phthorophloeus Rey und Phloeophthorus Woll.)
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Abb. 6
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Abb. 5
→ 8-Fühlerkeule geschlossen, ungegliedert, oder mit Nähten, die einzelnen Glieder nicht oder unmerklich beweglich.
#8
→ 9Vorderschienen distal erweitert und gezähnt [Abb. 8].
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Abb. 8
→ 22-Vorderschienen parallelseitig, allmählich in den Enddorn übergehend. Vorderrand der Flügeldecken gerade, an der Naht kammartig erhöht, Schildchen versenkt. Tribus Hypoborini
#9
→ 10Vorderhüften eng gestellt oder einander berührend [Abb. 9].
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Abb. 9
→ 17-Vorderhüften ± weit getrennt.
#10
→ 11Augen ganzrandig, oval bis länglich im Umriß [Abb. 10]. Tribus Hylastinini (sensu Schedl in FHL) Körper walzenförmig, Flügeldeckenabsturz einfach gewölbt, Scutellum klein, unansehnlich oder versenkt, Hinterleib horizontal bis leicht ansteigend. Augen seitenständig, oval bis länglich, Fühlerschaft keulenförmig, Geißel 5- bis 7-gliedrig, Keule birnenförmig, teleskopartig 3-gliedrig. Vorderhüften eng gestellt bis einander berührend, Vorderschinen distal erweitert. Außenkante gezähnt. 3. Tarsenglied tief eingeschnitten.
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Abb. 10
→ 16-Augen nierenförmig, tief ausgeschnitten bis 2-teilig. Tribus Polygraphini
#11
→ 12Fühlergeißel 7-gliedrig.
→ 13-Fühlergeißel 5- oder 6-gliedrig
#12
Hylurgops LeconteHalsschild breiter als lang, subapikale Einschnürung am Halsschildvorderrand kräftig, Basis der Flügeldecken 2-buchtig, 3. Tarsenglied 2-lappig, deutlich breiter als die vorhergehenden
Hylastes Erichson-Halsschild so lang wie breit oder noch schlanker, die subapikale Einschnürung weniger ausgeprägt, Basis der Flügeldecken nahezu gerade, 3.Tarsenglied ebenfalls 2-lappig aber wenig breiter als die vorhergehenden. Habitus [Abb. 3].
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Abb. 3
#13
→ 14Fühlergeißel 6-gliedrig
→ 15-Fühlergeißel 5-gliedrig
#14
TomicusHalsschild breiter als lang, nach vorne trapezförmig verengt und mit gut ausgebildeter subapikaler Einschnürung, Körper walzenförmig, nur mäßig behaart [Abb. 11], Halsschildscheibe glänzend, einfach, mäßig dicht punktiert, Flügeldecken leicht gestreift-punktiert, die Zwischenräume glänzend, einfach unregelmäßig punktiert, bestenfalls leicht gerunzelt-gehöckert, Vorderhüften dem Vorderrand der Vorderbrust genähert (Blastophagus Eichhoff)
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Abb. 11
Hylurgus Latreille-Körper schlanker walzenförmig, viel dichter behaart, besonders am Flügeldeckenabsturz [Abb. 12], Halsschild schlanker, leicht trapezförmig, ohne deutliche subapikale Einschnürung, Halsschild wenig glänzend, äußerst dicht punktiert, Flügeldecken rauh skulpturiert, dicht körnelig punktiert, mit nur angedeuteten Punktstreifen. Vorderhüften vom Vorderrand der Vorderbrust weit entfernt. Fühlergeißel 6-gliedrig [Abb. 13].
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Abb. 12
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Abb. 13
#15
Dendroctonus ErichsonKörper mäßig gedrungen walzenförmig, Halsschild breiter als lang, kräftig trapezförmig, subapikale Einschnürung deutlich, Vorderrand eingebuchtet, Scheibe einfach dicht punktiert, Flügeldecken rauh skulpturiert, gerunzelt punktiert, Punktstreifen oft undeutlich, Behaarung des ganzen Käfers kurz und nur mäßig dicht. Sehr große Art. 7-9 mm
#16
Carphoborus EichhoffAugen gedrungen nierenförmig, Fühlergeißel 5-gliedrig, Keule leicht abgeflacht, 3-teilig, die einzelnen Glieder durch septierte Nähte und Haarreihen getrennt. Flügeldecken kräftig gestreift-punktiert, auf dem Absturz mit rippenförmigen Auszeichnungen, Zwischenräume mit gedrungenen Schüppchen bedeckt. Kleine Arten von 1,2-2,2 mm [Abb. 14].
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Abb. 14
Polygraphus Erichson-Augen tief ausgeschnitten bis 2-teilig [Abb. 15], Fühlergeißel 5-bis 6-gliedrig, Keule lamellenartig ungegliedert, eiförmig bis langoval, distal manchmal zugespitzt [Abb. 16], Außenseiten kurz pelzartig behaart. Punktstreifen der Flügeldecken nur angedeutet, Absturz ohne rippenartige Erhöhungen. Meist größere Arten von 1,7-3,5 mm [Abb. 17].
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
#17
→ 18Augen ganzrandig, oval bis länglich. Fühlerkeule birnförmig, drehrund, bis leicht abgeflacht, 3-teilig, mit 2 durchgehenden Nähten. Tribus Hylesinini.
Phloeosinus Chapuis, 1869-Augen nierenförmig. Fühlerkeule stark abgeflacht, kurz eiförmig bis schlank, mit 2 geraden bis schief gestellten Nähten [Abb. 18]. Habitus [Abb. 1]. Tribus Phloeosinini. Nur Gattung
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Abb. 18
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Abb. 1
#18
→ 19Fühlergeißel 7-gliedrig (das letzte Geißelglied kann sehr klein sein), Keule birnenförmig im Umriß, leicht abgeflacht.
→ 21-Fühlergeißel 5-6gliedrig, Keule gedrungener.
#19
Hylesinus F., 1801Habitus oval im Umriß, Flügeldecken die obere Körperhälfte einnehmend und gleichförmig gewölbt, Hinterleib stark aufsteigend.
→ 20-Habitus mehr walzenförmig, Absturz auf die distale Hälfte der Flügeldecken beschränkt und stärker abgewölbt, Hinterleib deshalb horizontal oder nur leicht ansteigend.
#20
Hylastinus BedelHalsschild und Flügeldecken dicht kurz behaart. Basalrand der Flügeldecken hochgebogen und gezähnelt [Abb. 2]. Vorderhüften weit getrennt.
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Abb. 2
Hylurgops Leconte-Flügeldecken außer den Börstchen am Absturz noch mit Schüppchen besetzt [Abb. 19], seltener auch vorne. Vorderhüften eng gestellt.
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Abb. 19
Pteleobius Bedel-Halsschild und Flügeldecken mit 2-farbigen Schüppchen dicht bedeckt [Abb. 20], Flügeldecken mit dunkleren Mustern auf hellem Grund.
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Abb. 20
#21
Kissophagus ChapuisFühlergeißel 6-gliedrig, Keule gedrungen birnenförmig im Umriß und etwas abgeflacht. Körper walzenförmig, Flügeldeckenabsturz kräftig gewölbt, Hinterleib horizontal.
Xylechinus Chapuis-Fühlergeißel 5-gliedrig, Keule gedrungen birnförmig und drehrund, teleskopartig gegliedert. Körper walzenförmig, Flügeldeckenabsturz kräftig abgewölbt, Hinterleib horizontal.
#22
Hypoborus ErichsonFühlergeißel 5-gliedrig, Flügeldeckenreihenpunkte mit lang anliegenden Härchen, die geschlossene Linien bilden; auf den Zwischenräumen mit locker gestellten, langen, senkrecht abstehenden Borstenhaaren [Abb. 4].
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Abb. 4
Liparthrum Wollaston-Fühlergeißel 4-gliedrig, Reihenpunkte der Flügeldecken mit anliegenden Härchen wechselnder Länge; Zwischenräume, deutlicher am Absturz, mit ± regelmäßig angeordneten, kurzen, spatelförmigen Schüppchen.
Enthaltene TaxaCarphoborusDendroctonusHylastesHylastiniHylastinusHylesininiHylesinusHylurginiHylurgopsHylurgusHypoboriniHypoborusKissophagusLiparthrumPhloeosinusPhloeotribusPolygraphiniPolygraphusPteleobiusTomicusXylechinus
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 20.05.2020 - 18:21:49
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