Für die vormals als
praeustus bezeichnete Form aus Mitteleuropa stehen im Moment (Mai 2025) 5 Namen zur Verfügung (in der Reihenfolge ihrer Beschreibung): -
praeustus L., 1758 -
gilvipes adlbaueri Lazarev, 2012 -
gilvipes mikati Slama, 2019 -
peterkai Skorepa, 2020 -
praetermitus Slama, 2020 Die Stellung der einzelnen Taxa ist völlig unklar. Seit längerem ist auf Grund unterschiedlicher Larven bekannt, daß in Mitteleuropa - neben
starkii aus Esche - 2
Tetrops-Arten in Rosaceen und anderen Laubhölzern vorkommen (Svácha l.c.), die sich bisher aber keinen zu trennenden Imaginalformen zuordnen ließen. Nach Kurzawa et. al. (l.c.) sollen die Larven Typ A zu
gilvipes und die Larven Typ B zu
praeustus gehören, allerdings haben sie
peterkai Skorepa nicht berücksichtigt; nach ihrer Beschreibung und den abgebildeten Genitalien scheint es sich bei ihrem
praeustus tatsächlich um
peterkai Skorepa zu handeln. Svacha (l.c.) beschreibt als Brutpflanze für den Larventyp B unter anderem
Frangulus. In der Folgezeit wurden die Pflanzen bevorzugt besammelt und Zuchten durchgeführt, was letztendlich zu einigen Beschreibungen von neuen Arten beziehungsweise Unterarten zu
gilvipes führte, die aber alle keine zutreffenden Trennungsmerkmale zu
praeustus aufzeigten. Erst Skorepa (l.c.) beschreibt mit
peterkai eine neue Art und nennt zutreffende morphologische Unterschiede zu
praeustus; seine Genitalabbildungen sind durch die Bearbeitung mit einem Bildbearbeitungsprofgramm allerdings wenig aussagekräftig. Sein abgebildetes ♂ Genital von
peterkai [Abb. 40] ist meines Erachtens identisch ist mit dem von Kurzawa et al. als
praeustus bezeichneten
[Abb. 41]. Zamoroka & Zinenko (l.c.) haben kürzlich eine molekulargenetische Untersuchung zur Trennung von
praeustus und
peterkai publiziert. Leider haben Sie zur Trennung nach morphologischen Merkmalen keine eigenen Angaben gemacht, aber ihre Abbildung von
T. peterkai zeigt durch rote Pfeile markiert die wesentlichen Merkmale zur Unterscheidung von
praeustus. Ein Vergleich der Fühlerbildung mit der Abbildung eines Typusexemplars von Linné (Linnean Society London (l.c.)) bestätigt vorerst die Namensgebung
[Abb. 42] [Abb. 17]. Ich habe um Bilder mit höherer Auflösung gebeten, damit der Typus eindeutig festgelegt werden kann. Nachdem so eine Trennung der beiden Arten
peterkai und
praeustus möglich war, habe ich in der Klauenbildung ein weiteres sehr sicheres Merkmal gefunden, das in beiden Geschlechtern eine eindeutige Trennung dieser beiden Arten ermöglicht >>>6