Gattung Tarphius - Arten von Madeira nach Franz

ColeopteraZopheridaeColydiinaeTarphiusTarphius_madeira
Von Arved Lompe (n. H. Franz)
Franz, H. (1968): Bestimmungstabelle der Tarphius-Arten Madeiras (Col. Colydiidae) - Eos, 44(1-4):121-133 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Franz1968 Tarphius Madeira.pdf"
#1
excisus Wollaston, 1857Halsschild mehr als doppelt so breit wie lang, beiderseits vor den Hinterwinkeln tief ausgeschnitten, an seiner breitesten Stelle um zwei Siebentel breiter als an der Basis, die Hinterwinkel scharf rechtwinkelig. Fühler sehr kurz, nicht ganz so lang wie der Kopf breit. Kleine Art von 2,8 mm Länge. Bewohner von Porto Santo.
→ 2-Halsschild vor den Hinterwinkeln höchstens ausgeschweift, wenn dies der Fall ist, Körpergrösse über 3 mm und Fühler länger als der Kopf breit.
#2
→ 3Kleine, langgestreckte Arten unter 2,5 mm Körperlänge. Flügeldecken von der Basis bis weit über die Längsmitte parallelseitig, mindestens um ein Viertel länger als zusammen breit.
→ 4-Grössere, gedrungener gebaute Arten von meist über 3 mm Körperlänge, wenn darunter, dann Flügeldecken nicht länger als zusammen breit.
#3
lowei Wollaston, 1854Augen normal entwickelt, gut sichtbar. Stärker gewölbt, Halsschild doppelt so breit wie lang, seitlich stark gerundet, Flügeldecken mit flachen, aber deutlich markierten Buckeln.
→ 3a-Augen extrem klein, nur strichförmig [Abb. 1] aus wenigen Ommatiden bestehend oder ganz fehlend.
tarphius_angustulus_k.jpg
Abb. 1
#3a
angustulus Wollaston, 1862Größer: 2,1-2,5 mm, parallele, hellbraune Art [Abb. 2]. Sehr flach gewölbt [Abb. 2], Halsschild nur um ein Viertel breiter als lang, seitlich schwach gerundet, Flügeldecken mit regelmässigen Punkt- und Borstenreihen, ohne Spur von Buckeln. Basalrand des Halsschilds doppelbuchtig, neben den Hinterwinkeln stumpfwinkelig ausgeschnitten [Abb. 3]. Madeira, Ribeiro Frio.
tarphius_angustulus_hab.jpg
Abb. 2
tarphius_angustulus_hab.jpg
Abb. 2
tarphius_angustulus_hab.gif
Abb. 3
zerchei Gillerfors, 1997-Sehr klein: 1,2 mm lang, 0,9 mm breit. Körper flach, ohne Buckel [Abb. 4]. Basalrand des Halsschilds zwischen den Hinterecken gerade. Aedoeagus [Abb. 5]. Madeira, Ribeiro Frio. Anmerkung: Die im Photo sichtbaren Ausrandungen an der Flügeldeckenspitze werden von Gillerfors in der Beschreibung nicht erwähnt. Artefakt durch Genitalpräparation?
tarphius_zerchei_hab.jpg
Abb. 4
tarphius_zerchei.jpg
Abb. 5
#4
sylvicola Wollaston, 1854Halsschild an der Basis am breitesten, von dieser zum Vorderrande verengt, seine Seiten in den basalen zwei Dritteln fast gerade, wodurch der Halsschild eine sehr auffällige konische Form erhält [Abb. 6]. Kopf und Halsschild flach tuberkuliert, Flügeldecken mit regelmässigen Punktreihen auf glattem Grunde, mit kurzen, reihig gestellten Borsten besetzt.
tarphius_sylvicola_hab.gif
Abb. 6
→ 5-Halsschild vor der Basis am breitesten, nicht nur zum Vorderrande sondern auch zur Basis verengt, daher nicht ausgeprägt konisch.
#5
formosus Wollaston, 1857Klauen an allen Tarsen des ♂ dünn, fast gerade und sehr lang [Abb. 7]. Körper gedrungen gebaut, Flügeldecken zusammen so breit wie lang, hoch gewölbt, lang beborstet und mit mehreren ziemlich stark gewölbten Buckeln versehen [Abb. 8].
tarphius_formosus_tr.gif
Abb. 7
tarphius_formosus_hab.gif
Abb. 8
→ 6-Klauen kräftiger, stärker gekrümmt und in beiden Geschlechtern nicht oder nur wenig verschieden geformt.
#6
→ 7Oberseite, namentlich die Flügeldecken, lang und dicht behaart, die Haare viel länger als ihr Abstand voneinander.
→ 8-Oberseite kürzer und schütterer behaart, die Haare kürzer oder nur wenig länger als ihr Abstand voneinander.
#7
echinatus Wollaston, 1854Die ganze Oberseite sehr lang abstehend, gleichmässig und dicht behaart, Flügeldecken mit regelmässigen, aus grossen Punkten bestehenden Punktreihen, ohne buckelige Erhabenheiten [Abb. 9]. Halsschild vor der Basis schwach ausgeschweift, nicht ganz doppelt so breit wie lang. Körper rotbraun gefärbt.
tarphius_echinatus_hab.gif
Abb. 9
brevicollis Wollaston, 1854-Oberseite lang, aber nicht so dicht und gleichmässig behaart wie bei echinatus [Abb. 10], Flügeldecken grob, reihig granuliert, die Reihen durch buckelige Erhabenheiten unterbrochen [Abb. 11], die Behaarung auf diesen verdichtet. Halsschild mehr als doppelt so breit wie lang, vor der Basis stark ausgeschweift, seine Hinterecken scharf rechtwinkelig. Körper schwarzbraun gefärbt, die Buckel mitunter heller. Aedoeagus [Abb. 12].
tarphius_brevicollis_hab.jpg
Abb. 10
tarphius_brevicollis_hab1.jpg
Abb. 11
tarphius_brevicollis.jpg
Abb. 12
#8
→ 9Halsschild von der Basis nach vorne nur sehr wenig erweitert, schmäler als die Flügeldecken an ihrer Basis. Diese nicht länger als zusammen breit, hoch gewölbt. 1. Tarsenglied aller Tarsen beim ♂ ohne Auszeichnung.
→ 10-Halsschild von der Basis nach vorne deutlich erweitert, an seiner breitesten Stelle so breit oder breiter als die Flügeldeckenbasis.
#9
angusticollis Wollaston, 1860Halsschildseiten vor der Basis ausgeschweift [Abb. 13], Halsschild weniger als doppelt so breit wie lang.
tarphius_angusticollis_hab.gif
Abb. 13
rotundatus Wollaston, 1854-Halsschildseiten vor der Basis nicht ausgeschweift [Abb. 14] [Abb. 15], Halsschild doppelt so breit wie lang.
tarphius_rotundatus_hab.gif
Abb. 14
tarphius_rotundatus_hab.jpg
Abb. 15
#10
→ 11Beim ♂ das 1. Tarsenglied an allen oder an zwei Beinpaaren lappenförrnig erweitert. Gedrungen gebaute Arten.
→ 13-1. Tarsenglied des ♂ an allen Beinpaaren ohne Auszeichnung.
#11
nodosus Wollaston, 18541. Tarsenglied der Vorder- und Mittelbeine des ♂ in einen langen, dornförmigen Lappen erweitert [Abb. 16]. Halsschild vor der Basis mehr oder weniger deutlich ausgeschweift [Abb. 17]. Schwarz bis dunkel braunschwarz gefärbt.
tarphius_nodosus_mtr.gif
Abb. 16
tarphius_nodosus_hab.gif
Abb. 17
→ 12-1. Tarsenglied des ♂ an allen Beinpaaren lappenförmig erweitert.
#12
inornatus Wollaston, 1854Gestreckter, Halsschildseiten gleichmässig gerundet [Abb. 18], Flügeldecken in ihrer basalen Hälfte parallelseitig, flach gewölbt. 1. Glied der Hintertarsen beim ♂ mit einem langen dornförmigen Lappen, das 1. Glied der Vorder- und Mitteltarsen dagegen nur mit einem viel kürzeren, bisweilen undeutlichen lappenförmigen Anhang [Abb. 19].
tarphius_inornatus_hab.gif
Abb. 18
tarphius_inornatus_tr.gif
Abb. 19
lauri Wollaston, 1854-Gedrungener gebaut. Halsschildseiten vor der Basis leicht ausgeschweift [Abb. 20], Flügeldecken zur Basis gerundet verengt, stark gewölbt. Auch das 1. Glied der Hintertarsen beim ♂ nur kurz lappenförmig erweitert [Abb. 21]. [Abb. 21].
tarphius_lauri_hab.gif
Abb. 20
tarphius_lauri_htr.gif
Abb. 21
tarphius_lauri_htr.gif
Abb. 21
#13
compactus Wollaston, 1854Flügeldecken nur so lang wie zusammen breit [Abb. 22], mit ziemlich regelmässigen Reihen längerer Borsten besetzt, diese auch am Absturz zur Spitze nicht gestört. Buckel vollkommen fehlend oder am Absturz sehr schwach angedeutet. Aedoeagus [Abb. 23].
tarphius_compactus_hab.jpg
Abb. 22
tarphius_compactus.jpg
Abb. 23
→ 14-Flügeldecken länger als zusammen breit.
#14
→ 15Flach gewölbte Arten mit seitlich schwach gerundetem Halsschild und ohne deutlich erkennbare buckelige Erhabenheiten auf den Flügeldecken.
→ 16-Stärker gewölbte Arten mit breitem, seitlich stark gerundetem Halsschild. Dieser fast doppelt so breit wie lang, wenn schmäler, dann die Flügeldecken mit deutlich markierten Buckeln.
#15
parallelus Wollaston, 1854Grosse, langgestreckte Art von über 4 mm Körperlänge. Halsschild nur um die Hälfte breiter als lang. Flügeldecken beträchtlich länger als zusammen breit, deutlich abstehend beborstet, die Borsten länger als die durch Querrunzeln undeutlichen Punktgrübchen.
lutulentus Wollaston, 1871-Kleinere, gedrungener gebaute Art von unter 3,5 mm Körperlänge. Halsschild nicht ganz doppelt so breit wie lang. Flügeldecken nur wenig länger als zusammen breit, sehr kurz beborstet, die Borsten kürzer als der Durchmesser der scharf begrenzten, nicht quer verrunzelten Punktgrübchen. Dem inornatus äusserst ähnlich, von diesem durch weniger gewölbte, längere Flügeldecken, etwas kürzere Fühler und vor allem durch in beiden Geschlechtern gleich gebildete Tarsen unterschieden.
#16
cicatricosus Wollaston, 1854Halsschild nur um die Hälfte breiter als lang, mit tiefem Basaleindruck innerhalb der Hinterwinkel. Grössere Art von 3,5 mm Körpenlänge und deutlich markierten Buckeln auf den Flügeldecken [Abb. 24].
tarphius_cicatricosus_hab.gif
Abb. 24
→ 17-Halsschild beinahe doppelt so breit wie lang, innerhalb der Hinterwinkel ohne deutlichen Basaleindruck, Körperlänge nur bei zwei Arten 3,5 mm erreichend oder überschreitend, sonst geringer.
#17
→ 18Grösser, Körperlänge über 3,5 mm. Flügeldecken in den vorderen zwei Dritteln ihrer Länge parallelseitig, mit hoch erhobenen Buckeln versehen. Meist dunkel schwarzbraun gefärbt, wenn rotbraun, dann gedrungen gebaut und die Flügeldecken nur wenig länger als zusammen breit.
→ 20-Kleiner, Körperlänge 3 mm nicht oder nur wenig überschreitend, meist heller rotbraun gefärbt. Flügeldecken, wenn mit starken Buckeln versehen, dann beträchtlich länger als zusammen breit.
#18
rugosus Wollaston,, 1854Kleinere Art von nur etwa 3,9 mm Körperlänge. Halsschild fast doppelt so breit wie lang, seitlich sehr stark gerundet, vor den Hinterwinkeln nicht ausgeschweift [Abb. 25]. Flügeldecken nur sehr wenig länger als zusammen breit, ihre Apikalpartie wenig nach hinten vorspringend.
tarphius_rugosus_hab.jpg
Abb. 25
→ 19-Grosse Arten von über 4,5 mm Körperlänge. Halsschildseiten vor den Hinterwinkeln mehr oder weniger ausgeschweift. Flügeldecken gestreckt, ihre Apikalpartie stark nach hinten vorspringend.
#19
explicatus Wollaston, 1857Halsschildseiten vor der Basis stark ausgeschweift. Flügeldecken mit hoch aufgewölbten Buckeln und tiefen Punktgruben.
testudinalis Wollaston, 1854-Halsschild vor der Basis nur schwach ausgeschweift, Flügeldecken mit flachen, wenig markierten Buckeln und seichten Punktgruben [Abb. 26].
tarphius_testudinalis_hab.gif
Abb. 26
#20
truncatus Wollaston, 1854Flügeldecken der Länge nach und querüber mässig gewölbt, in den basalen zwei Dritteln parallelseitig, mit groben, aber mässig tiefen Punktstreifen, deutlichen Buckeln und nur wenig vorragender Spitze, besonders auf den Buckeln ziemlich dicht mit Borsten bestanden. Halsschild seitlich nur mässig gerundet, zur Basis wenig und nicht ausgeschweift verengt.
sculptipennis Wollaston, 1857-Flügeldecken nur in ihrer basalen Hälfte parallelseitig, der Länge nach und querüber sehr stark gewölbt [Abb. 27], mit groben und sehr tiefen Punktstreifen und nur sehr schwach markierten Buckeln [Abb. 28], ihre Apikalpartie stark nach hinten vorspringend [Abb. 29], die Beborstung allenthalben schütter und wenig auffällig. Halsschild seitlich stark gerundet, vor den Hinterecken fast unmerklich ausgeschweift.
tarphius_sculptipennis_hab_seitl.jpg
Abb. 27
tarphius_sculptipennis_hab.gif
Abb. 28
tarphius_sculptipennis_hab.jpg
Abb. 29
Enthaltene Taxaangusticollis angustulus brevicollis cicatricosus compactus echinatus excisus explicatus formosus inornatus lauri lowei lutulentus nodosus parallelus rotundatus rugosus sculptipennis sylvicola testudinalis truncatus zerchei
Erstellt am: 28.11.2019 · Letzte Aktualisierung: 29.11.2019 - 17:07:45
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)