Gattung Scraptia Latreille, 1807

ColeopteraPolyphagaHeteromeraScraptiidae
Von Arved Lompe (n. Z. Kaszab)Literaturverzeichnis ⇒
Körper zart, zerbrechlich, der Rücken etwas abgeflacht. Kopf geneigt, Augen nierenförmig. Fühler vor den Augen eingelenkt, manchmal die halbe Körperlänge erreichend oder noch länger. Halsschild halbkreisförmig. Das Ende der Flügeldecken abgerundet, Oberseite dicht und fein punktiert. Schienen zylindrisch, dünn. 10 Arten in Europa, von denen nur 2 mit Sicherheit in Mitteleuropa vorkommen.
In der Tabelle fehlende Arten aus Europa. ...8
#1
→ 2Einfarbig heller oder dunkler braune Arten, manchmal der Kopf verdunkelt.
→ 5-Kleine gelbe Arten (selten mit schwarzem Kopfe), deren Augen durch ganz schmale Schläfen vom Vorderrande des Halsschildes entfernt sind.
#2
→ 3Große Arten von 3,2 mm Länge und darüber. Augen vom Vorderrand des Halsschildes entfernt [Abb. 1].
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Abb. 1
→ 2a-Kleine Arten, von 2,8 mm Länge und darunter. Schläfen von der Seite betrachtet ganz verschwunden, weil die Augen bis zum scharfen Rand des Kopfes verbreitert sind und den Vorderrand des Halsschildes fast berühren [Abb. 2]. DieTrennung der folgenden beiden Arten ist schwierig und ohne Vergleich manchmal nur im ♂ Geschlecht mit Sicherheit möglich.
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Abb. 2
#2a
fuscula Müller, 1821Fundmeldungen🗺ColeowebEndglied der Kiefertaster kürzer, bei beiden Geschlechtern 1,8 bis höchstens 2,4 x so lang wie breit [Abb. 3] [Abb. 4]. Fühler etwas kürzer [Abb. 5]. Das 4. Glied der Fühler nicht ganz doppelt so lang wie das 3. [Abb. 6]. Der Kopf ist bei dieser Art etwas dunkler braun, jedoch der Halsschild und auch die Flügeldecken dunkler gelblich braun. Fühler vom 4. Glied an braun. 2,3-2,8 mm. ♂: Das 3. Fühlerglied tendenziell deutlich länger als an der Spitze breit, manchmal sogar länger als das 2. Glied [Abb. 7]. Penisspitze in Seitenansicht flacher gebogen [Abb. 8]. Analsternit in der Mitte etwas eingeschnitten [Abb. 9] (nicht immer so deutlich wie in der Abbildung). ♀: Das 3. Fühlerglied kürzer als das 2., etwas länger als an der Spitze breit [Abb. 10]. Analsternit gleichmäßig gerundet [Abb. 11]. B: Larve in morschem Laubholz. D: Fast in ganz Europa, weit verbreitet, aber selten. (=nigriceps Heyd.)
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Abb. 3
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
testacea Allen, 1940Fundmeldungen🗺Coleoweb-Endglied der Kiefertaster länger, bei beiden Geschlechtern >2,5 x so lang wie breit [Abb. 12] [Abb. 13]. Fühler etwas länger [Abb. 14]. Das 4. Glied mehr als doppelt so lang wie das 3. [Abb. 15]; das 3. Glied etwa so lang wie breit [Abb. 16], immer deutlich kürzer als das 2. [Abb. 16] [Abb. 17]. ♂: Penisspitze in Seitenansicht stärker gebogen [Abb. 18]. Analsternit breit ausgerandet [Abb. 19]. ♀: Analsternit gleichmäßig gerundet [Abb. 20]. D: Schweden, England, Frankreich, Spanien; auch bei uns, aber bisher übersehen; Niedersachsen: Wendland, Aller bei Rethem, Umgebung Nienburg; sicher weiter verbreitet. Anmerkung: Die Proportionen der Fühlerglieder sind bei beiden Arten in beiden Geschlechtern sehr variabel und überschneiden sich in ihrer Ausprägung und sind nicht einmal zur Unterscheidung der Geschlechter zuverlässig zu gebrauchen. Bei den Endgliedern der Kiefertaster ist das nach meinen bisherigen Beobachtungen nicht der Fall, hier sind beide Arten relativ gut zu unterscheiden.
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
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Abb. 20
#3
→ 4Halsschild so breit wie die Flügeldecken, nach vorn stärker gerundet verengt als zur Basis.
thoracica Baudi, 1877🗺Coleoweb longicornis Kiesenwetter, 1861🗺Coleoweb-Halsschild beträchtlich schmäler als die Flügeldecken, doppelt so breit als lang, an den Seiten gleichmäßig gerundet, alle Winkel abgerundet, die hinteren wegen der schwach dreibuchtigen Basis etwas angedeutet, jederseits an der letzteren mit großer, aber äußerst flacher Grube. Fühler dicker als bei dubia; sonst ihr sehr ähnlich. Marokko. (subfoveolata Reitter, 1889) In die Nähe dieser Art gehört auch eine Art aus Griechenland, welche Reitter damals unbeannt war.
#4
bifoveolata Küster, 1853Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild jederseits an der Basis mit großer, tiefer und runder Grube [Abb. 1] [Abb. 21]. D: Dalmatien, Griechenland, Italien. (=clairei Rey, 1892)
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Abb. 1
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Abb. 21
dubia Olivier, 1790Fundmeldungen🗺Coleoweb-Halsschild jederseits an der Basis mit sehr undeutlichem oder fehlendem Grübchen [Abb. 22]. Das 3. Glied der Fühler länger als das 2., fast so lang oder länger wie das 4.. Körper größer, einfarbig braun. Augen erreichen die Rückenhöhe des Halsschilds bei geneigtem Kopf nicht, weil die Schläfen lang und abgerundet sind [Abb. 23]. 4-5 mm [Abb. 24]. Behaarung gelblich, sehr fein anliegend. D: In West- und Südeuropa, sowie im südlichen Mitteleuropa; das Vorkommen in Deutschland und Österreich fraglich. Im Pannonischen Becken weit verbreitet und nicht selten. Spanien: Madrid. (=fusca Latr.) (=subdubia Reitter, 1889)
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Abb. 22
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Abb. 23
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Abb. 24
#5
→ 6Flügeldecken mit gröberer Skulptur als der Halsschild. Gelb, nur die Augen schwarz.
→ 7-Flügeldecken wie der Halsschild mit außerordentlich feiner hautartiger Skulptur.
#6
ferruginea Kiesw., 1861🗺Coleoweb2. Fühlerglied wenig länger als das 3., das 4. reichlich dreimal so lang als das letztere. Einfarbig gelb, auch die Behaarung, Fühler vom 4. Glied an etwas dunkler. Schläfen kurz, jedoch gut bemerkbar, etwa halb so lang wie die Augen bei der Einschnürung breit [Abb. 25]. 1,5-2,3 mm. D: In Südosteuropa und der Schweiz; anscheinend eine montane Art, überall sehr selten. Sie kommt vielleicht auch in den österreichischen Alpen vor.
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Abb. 25
ophthalmica Mulsant, 1856🗺Coleoweb-2. Fühlerglied etwa so lang wie breit und so lang wie das 3., das 4. höchstens doppelt so lang wie das 3.. Halsschild weniger quer, 1,3 mal breiter als hoch. Beim ♂ ist das 1. Glied der Vordertarsen kürzer als das 2. und 3.. Parameren am Ende zugespitzt [Abb. 26]. 2,3-2,5 mm. D: Kontinentalfrankreich, Spanien, Portugal.
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Abb. 26
schotti Leblanc, 2012-2. Fühlerglied etwas länger alsbreit, das 3. viel kürzer und kleiner, etwa so lang wie breit, das 4. doppelt so lang wie das 3. und dabei doppelt so lang wie breit. Halsschild quer, 1,6 x so breit wie lang. Halsschild an der Basis vertieft, der Eindruck erreicht die Seiten und ist doert etwas winkelig nach vorne gebogen. Beim ♂ das 1. Glied der Vordertarsen viel länger als das 2. + 3. zusammen. Parameren am Ende abgerundet [Abb. 27]. 2,4-2,6 mm. D: Korsika, Tunesien, Algerien, Marokko.
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Abb. 27
#7
alutacea Reitter, 1889🗺ColeowebKopf und Fühler gelbbraun, Stirn deutlich punktuliert, vorn abgeflacht, Halsschild fast so breit wie die Flügeldecken, nach vorn stärker verengt, die Winkel stark abgestumpft, fast abgerundet, an der Basis mit 3 großen flachen, wenig abgegrenzten Grübchen; Flügeldecken lang gestreckt, ziemlich parallel. Glied 2 und 3 der Fühler länger als breit, wenig in ihrer Länge verschieden, Glied 4 kaum doppelt so lang als 3. Um 2 mm. D: Marokko.
jakowleffi Reitter, 1889🗺Coleoweb-Schwefelgelb, Stirn nicht abgeflacht, Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken, an den Seiten gerundet, in der Mitte am breitesten, Vorderwinkel abgerundet. Hinterecken sehr stumpf, Scheibe vor der Basis mit flacher, jederseits etwas deutlicherer Transversalimpression, Fühler die Mitte des Körpers wenig überragend, ähnlich wie bei der vorhergehenden Art. 2 mm. D: Südrußland: Astrachan.
#8
roubali Winkler, 1927🗺ColeowebAedoeagus in Seitenansicht [Abb. 28]. D: Rumänien.
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Abb. 28
longicornis Kiesenwetter, 1861🗺Coleoweb-D: Griechenland.
caucasicola Roubal, 1924🗺Coleoweb-Aedoeagus in Seitenansicht [Abb. 29]. D: Südrußland.
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Abb. 29
Enthaltene Taxaalutacea bifoveolata caucasicola dubia ferruginea fuscula jakowleffi longicornis ophthalmica roubali schotti testacea thoracica
Literaturverzeichnis
Reitter, E. (1889): Uebersicht der bekannten Scraptia- Arten der palaearctischen Fauna. - Wiener Entomologische Zeitung, 2:267-268 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Reitter1889 Scraptia.pdf"
Roubal, J. (1924): Zwei neue Scraptia-Arten aus der paläarktischen Region. (Col. Mordellidae.) - Wiener Entomologische Zeitung, 41(4-10):181-182 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Roubal1924 Scraptia.pdf"
Levey, B. (2009): Scraptia in: Handbooks for the Identification of British Insects, Hrsg. Royal Entomological Society of London, 5(18):22-23 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Levey2009 British Scraptia.pdf"
Leblanc, P. (2012): Note sur quelques Scraptia ouest-paléarctiques et description d'une espèce nouvelle (Coleoptera Scraptiidae) - Bulletin mensuel de la Société Linnéenne de Lyon, 81(3-4):47-53 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Leblanc2012 Scraptia.pdf"
Erstellt am: 31.12.2010 · Letzte Aktualisierung: 19.01.2026 - 12:23:34
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