Gattung Dienerella Reitter, 1911 (Microgramme Walkley, Cartodere Thoms.)

ColeopteraClavicorniaLatridiidae
Von Arved Lompe (n. A. v.Peez, W. Rücker)
Vorder- und Mittelhüften durch einen deutlichen Zwischenraum getrennt, Metasternum und 1. Sternit durch eine deutlich sichtbare Naht getrennt. Augen dem Vorderrand des Halsschilds genähert, Schläfen sehr kurz oder fehlend. Sehr kleine, schmale, abgeflachte Käfer, die durch die Skulptur der Flügeldecken gut gekennzeichnet sind. Die Flügeldecken .sind gerippt, zwischen je 2 Rippen befinden sich meist 2 Punktreihen, deren Punkte flach und so groß sind, daß für die Zwischenräume kaum mehr Platz bleibt. Der Kopf ist stark verlängert, Halsschild mit Gruben und Furchen. Man findet sie meist zahlreich in verschimmelten Heuabfällen, im Mulm von Bäumen, in Vogelnestern, synanthrop in Ställen und Scheunen, in feuchten Wohnungen, in verschimmelten Herbarien und Insektensammlungen, in Drogen. Es werden immer wieder Arten importiert, die aber meist nach einigen Jahren wieder verschwinden. Siehe auch LZ >>>9.
#1
→ 2Halsschild schmal, viel schmäler als die Flügeldecken, an den Seiten eingeschnürt, hier oft mit Hautsaum, so lang wie breit oder etwas länger oder etwas kürzer [Abb. 1] [Abb. 2] [Abb. 3]. Untergattung Cartoderema Rtt.
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Abb. 1
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 6-Halsschild so breit oder fast so breit wie die Flügeldecken [Abb. 4] [Abb. 5] [Abb. 6], quer herzförmig, Seitenrand aufgebogen. Untergattung Cartodere s. str.
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
#2
ruficollis (Marsh., 1802)Fundmeldungen🗺ColeowebKürzer oval, höher gewölbt, 5. Flügeldeckenzwischenraum kaum stärker vortretend, in der Querwölbung dort keinen Winkel bildend [Abb. 7]. Zweifarbig: Kopf und Halsschild rotgelb, Flügeldecken braun bis dunkelbraun. 1,2 mm. Vorderkörper [Abb. 2]. B: An Baumschwämmen, verschimmelten Rinden, synanthrop in feuchten Wohnungen, Kellern, Hühnerställen, Lagerhäusern, Scheunen. D: Im ganzen Gebiet nicht selten, meist häufig.
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Abb. 7
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Abb. 2
→ 3-Langgestreckt, schmal, Halsschild etwas länger als breit, Flügeldecken durch die Rippe des 5. Zwischenraumes in einen ebenen und in einen steil zum Seitenrand abfallenden Teil geteilt, einfarbig. Vorderkörper [Abb. 1]. Nur durch Genitaluntersuchung sicher zu trennende Arten!
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Abb. 1
#3
→ 4Die gewölbten 1. Zwischenräume der Flügeldecken längs der Naht verlaufen bis zur Nahtspitze gerade und parallel, der Absturz ist etwas weniger steil [Abb. 8] [Abb. 9].
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Abb. 8
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Abb. 9
→ 5-Der erste Zwischenraum der Flügeldecken längs der Naht ist auf dem hinteren Viertel derselben fein gekielt. Auf der Absturzfläche treten die beiden Kiele auseinander und nähern sich einander erst wieder vor der Nahtspitze. Dadurch entsteht auf dem Absturz eine kleine, vertiefte, spindelförmige Fläche [Abb. 10] [Abb. 11]. Der Absturz selbst ist etwas steiler.
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Abb. 10
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Abb. 11
#4
elongata (Curt., 1830)Fundmeldungen🗺ColeowebAedoeagus [Abb. 12] [Abb. 13] (die Krümmung in der Mitte ist artifiziell). Flache und langgestreckte Art [Abb. 14]. Flügeldeckenabsturz flacher [Abb. 15] [Abb. 16]. D: Verbreitung im ganzen Gebiet und kann zusammen mit clathrata auftreten.
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
parilis (Rey)🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 17]. Kurze gedrungene Art, Flügeldecken hinten hochgewölbt, der Absturz steiler [Abb. 18]. D: Bisher aufgrund von Genitaluntersuchungen nur aus Italien und Südfrankreich bekannt. Weitere Verbreitung?
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Abb. 17
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Abb. 18
#5
clathrata (Mannh., 1844)Fundmeldungen🗺ColeowebAedoeagus [Abb. 19] [Abb. 20]. Habitus [Abb. 3]. D: Im ganzen Gebiet verbreitet, nach Norden seltener werdend und hier von elongata vertreten. In der Übergangszone (etwa Linie Bonn-Dresden) können beide Arten vorkommen. . (=separanda in FHL nec Rtt.)
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 3
corsica Vincent🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 21]. D: Von Korsika beschrieben; Elba, sonstige Verbreitung?
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Abb. 21
separanda Reitter🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 22]. D: Bisher bekannte Verbreitung: Italien (Sardinien, Sizilien); Südspanien, Tunis, Algerien.
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Abb. 22
huguettae Vincent🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 23]. D: Beschreibung aus Südspanien (Cadix - Sierra de Luna). Südeuropäische Art?
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Abb. 23
siciliana Vincent🗺Coleoweb-Aedoeagus [Abb. 24]. Kurze gedrungene Art, Flügeldecken hinten hochgewölbt [Abb. 25]. D: Beschrieben aus Sizilien. Weitere Verbreitung noch ungeklärt.
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Abb. 24
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Abb. 25
#6
filum (Aubé, 1850)Fundmeldungen🗺ColeowebFühlerkeule infolge ihres kleinen, kugeligen 1. Gliedes 2-gliedrig erscheinend, Kopf mit tiefer, nach hinten erweiterter Mittelfurche, mit großen Augen, ohne Schläfen [Abb. 5] [Abb. 6]. Flügeldecken mit 7 Punktreihen und nur schwach gekieltem 5. Zwischenraum. Gelbrot. 1,3-1,4 mm. B: Meist synanthrop, in Kellern, Speichern, in Drogen, verschimmelten Herbarien, Scheunen, im Freiland; auch an Rostpilzen gefunden. D: Wohl im ganzen Gebiet, aber stellen- und zeitweise, selten, aber manchmal in Anzahl.
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Abb. 5
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Abb. 6
→ 7-Fühlerkeule 3-gliedrig, 1. Keulenglied etwa so lang und breit wie das 2..
#7
argus (Rtt., 1884)🗺ColeowebAugen groß, ohne Schläfen. Flügeldecken mit 8 Punktreihen, höchstens am 7. Zwischenraum mit angedeuteter Rippe. Gelbrot. 1,3--1,4 mm. B: In Moos auf Sumpfwiesen, unter vermulmter Eichenrinde, in Köderkörben auf Bäumen. D: Im Südosten des Gebietes, selten.
→ 8-Augen klein, mit kurzen aber deutlichen Schläfen. Vorderkörper [Abb. 4].
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Abb. 4
#8
filiformis (Gyll., 1827)🗺ColeowebGrößer, rotgelb, Schläfen parallel oder nur schwach seitlich vorspringend. Die im Basalteil der Flügeldecken gut getrennten 5. und 6. Punktreihen vereinigen sich kurz vor der Mitte zu einer einzigen, so daß die Flügeldecken in der vorderen Hälfte 8, in der hinteren Hälfte 7 Punktreihen aufweisen. 1,2-1,3 mm. B: Unter schimmelnden Pflanzenstoffen, oft in Vogelnestern, vielfach synanthrop. D: Im ganzen Gebiet, aber selten.
strupii (Hölzel, 1944)🗺Coleoweb-Kleiner, blaßgelb, Flügeldecken mit nur 7 Punktreihen, Schläfen kurz aber wulstartig erweitert. 1,1 mm. B: In Erde unter Haselgebüsch. Es scheint sich um ein echtes Bodentier zu handeln. D: Südkärnten, montan.
#9
pilifera (Rtt.)🗺ColeowebDinerella-Arten werden nicht selten mit Lebensmitteln und Drogen importiert, doch erfolgt eine Einbürgerung nur äußerst selten. In unserem Gebiet liegen folgende belegte Funde vor: Leicht kenntlich durch die feine aber deutliche, abstehende Behaarung der Flügeldecken 1-1,2 mm. D: Belegt aus Wien, bisher nicht eingebürgert.
costulata (Rtt., 1877)🗺Coleoweb-Kenntlich an den fein kielförmig erhabenen ungeraden Zwischenräumen. Vorderkörper [Abb. 26]. 1,3 mm. D: Mähren.
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Abb. 26
Enthaltene Taxaargus clathrata corsica costulata elongata filiformis filum huguettae parilis pilifera ruficollis separanda siciliana strupii
Erstellt am: 12.06.2013 · Letzte Aktualisierung: 22.12.2023 - 09:11:20
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