Gattung Cybocephalus Erichson, 1844 (Mitteleuropa)

ColeopteraCybocephalidae
Von Arved Lompe (n. S. Endrödy-Younga, Ganglbauer)
Endrödy-Younga, S. (1968 ): Monographie der paläarktischen Arten der Familie Cybocephalidae (Coleoptera: Clavicornia) - Acta Zoologica Academiae Scientiarum Hungaricae, 14(1-2):27-115 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Endrödy-Younga1968 Cybocephalidae.pdf"
Endrödy-Younga, S. (1971): Neue Ergebnisse bei der Bearbeitung der paläarktischen und Orientalischen Cybocephaliden (Coleoptera: Clavicornia). Acta Zoologica Academiae Scientiarum Hungaricae, 17: 243-249. >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Endrödy-Younga1971 Cybocephalus nipponicus.pdf"
Clypeus bei den Arten aus Mitteleuropa mäßig vorstehend. Fühler 11-gliedrig. Halsschild stark gewölbt. Flügeldecken hoch gewölbt. Sie bedecken das Abdomen manchmal mit Ausnahme der Pygidiumspitze völlig. Hinterhüften weit voneinander eingefügt, die erste Bauchschiene bildet zwischen ihnen einen breiten, vorn abgestutzten Fortsatz. Kopf und Halsschild bei den ♀ mit den Flügeldecken gleichfarbig, bei den ♂ gewöhnlich heller rotbraun, oder Kopf und Halsschildvorderrand metallisch glänzend; sehr selten beide Geschlechter einfarbig schwarz. Nachfolgend die Tabelle der Mitteleuropäischen Arten.
Arten der Westpaläarktis siehe ...Cybocephalus Erichson, 1844
#1
micans Reitter, 1874🗺ColeowebDie ganze Oberseite grün metallisch. Fühler und Vorderbeine braungelb, Mittel- und Hinterbeine pechbraun. Die Oberseite fein und undeutlich, hautartig mikroskulptiert, fast glatt. Die Flügeldecken mit angedeutetem Schrägstreifen. Aedoeagus [Abb. 1]. 0,8 mm. D: Griechenland, Türkei. (=viridiaeneus Reitter, 1885)
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Abb. 1
→ 2-Höchstens der Kopf und der Vorderrand des Halsschilds metallisch grün, blau oder erzfarbig.
#2
pulchellus Er., 1845🗺ColeowebFlügeldecken von oben gesehen länglicher, seitlich flach gerundet, der Apex spitzwinklig [Abb. 2]. Seitenrand neben der Nahtecke beim ♂ gerade, beim ♀ fein ausgerandet. Kopf und schmaler Vorderrand des Halsschilds beim ♂ trüb metallisch glänzend, ♀ einfarbig schwarz. Seitenrand des Halsschilds bei beiden Geschlechtern nur sehr schmal heller gerandet. Aedoeagus [Abb. 3]. 1,25-1,6 mm. D: Die Art ist im Donaubecken weit verbreitet, aber doch selten, sonst kommt sie in Mitteleuropa nur sehr selten und sporadisch vor.
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Abb. 2
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Abb. 3
→ 3-Flügeldecken von oben gesehen kürzer, seitlich nach hinten mehr gebogen gerundet [Abb. 4], Apex +/- flach gerundet oder leicht eingezogen [Abb. 5].
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Abb. 4
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Abb. 5
#3
festivus Er., 1845Fundmeldungen🗺ColeowebKopf und breiter Vorderrand des Halsschilds (♂), aber zumindest der schmale Vorderrand des Clypeus und des Halsschilds (♀) metallisch glänzend [Abb. 6]. Kopf und Halsschild viel feiner, letzterer in der Mitte erloschen chagriniert, Metallglanz bei den ♂ lebhaft. Aedoeagus [Abb. 7]. 1,3-1,6 mm. D: Kommt in Italien, aber auch bis Mitteleuropa vor (Burgenland), aber überall äußerst selten.
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Abb. 6
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Abb. 7
→ 4-Kopf und Halsschild rötlichgelb bis schwarz, ohne Metallschimmer.
#4
fodori E.-Y., 1965Fundmeldungen🗺ColeowebApikaldrittel der Vorderschienen gegen die Spitze allmählich verschmälernd [Abb. 8] [Abb. 9] [Abb. 10]. Seitenrand des Halsschilds fein aufgebogen und ziemlich gut begrenzt hell, gelblich durchscheinend gerandet. Oberfläche überall stärker chagriniert, die Maschen der Mikroskulptur leicht gewölbt. Die einzige mitteleuropäische Art, bei der die ♂ wie die ♀ einfarbig schwarz sind. Aedoeagus [Abb. 11]. 1,1-1,4 mm. D: Im Karpatenbecken die häufigste Art. Im Balkan nicht selten, aber nach Westen rasch seltener werdend, in Deutschland nur einige Funde.
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Abb. 8
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
→ 4a-Apikaldrittel der Vorderschienen parallelseitig, an der Spitze abgerundet [Abb. 12] [Abb. 13]. Seitenrand des Halsschilds fein gerandet, aber nicht aufgebogen, helle Seitenrandlinie oft breiter, aber weniger scharf begrenzt. Oberfläche glänzend, glatt oder überall feiner chagriniert, Maschen der Mikroskulptur flach.
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Abb. 12
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Abb. 13
#4a
→ 5Oberfläche fein chagriniert, Maschen der Mikroskulptur flach.
nipponicus Endrödy-Younga, 1971Fundmeldungen🗺Coleoweb-Oberfläche glänzend glatt, ohne Mikroskulptur, nur sehr fein mikropunktiert [Abb. 14]. Vorderschienen bis zum letzten Drittel leicht erweitert, dann parallelseitig. Seitenrandecke scharf rechtwinklig, Glasfeldchen sehr klein dreieckig [Abb. 15] [Abb. 16]. 1-1,35 mm. ♂: Kopf und Halsschild bis auf einen schmalen dunklen Hinterrand gelbrot, Flügeldecken schwarz mit schmal hell gerandeter Spitze, an der Basis ohne metallischem Schimmer [Abb. 17] [Abb. 18]. Tegmenplatte des Kopulationsapparates auf der Unterseite ohne Längskielchen [Abb. 19]. Penis ziemlich lang zugespitzt, die Platte, von der Seite betrachtet, mehrfach gebogen, Spitze nach unten gekrümmt [Abb. 20] [Abb. 21]. ♀: Kopf und Halsschild dunkel, letzterer mit hellem Seitenrand. Spermatheka [Abb. 22]. B: Auf verschiedenen Schildlausarten. In Ungarn und Slowenien auf Kolonien von Unaspis euonymi gefunden. Sie befällt auch Schildlausarten auf Citrusgewächsen und wird zu deren Bekämpfung inzwischen weltweit in wärmeren Ländern zur biologischen Kontrolle eingesetzt. D: Heimat: Japan und Südostasien. Weltweit in den wärmeren Regionen wohl inzwischen angesiedelt. Wird bei uns kommerziell vertrieben und könnte kurzzeitig im Freiland auftreten.
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
#5
politus (Gyll., 1813)Fundmeldungen🗺ColeowebSeitenrand des Halsschilds länger [Abb. 23] [Abb. 24]. Mikroskulptur des Kopfes und Halsschilds gröber, weniger erloschen. Kopf und Vorderrand des Halsschilds beim ♂ rotgelb bis rotbraun, immer heller als die Flügeldecken, bei den ♀ vom Seitenrand des Halsschilds abgesehen, einfarbig dunkelbraun. Aedoeagus [Abb. 25]. Durchschnittlich etwas größer, 1,3-1,6 mm [Abb. 26]. D: Kommt fast in ganz Europa vom Mediterran-Gebiet bis Skandinavien und Finnland vor. Die häufigste Art der Gattung in Mitteleuropa.
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Abb. 23
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Abb. 24
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Abb. 25
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Abb. 26
rufifrons Reitter, 1874🗺Coleoweb-Seitenrand des Halsschilds kürzer, da er hinter der Mitte durch eine stumpfe Ecke plötzlich zur Basis abbiegt [Abb. 27]. Kopf und Halsschild in der Regel auch seitlich viel feiner, manchmal kaum chagriniert. Kopf und Vorderrand des Halsschilds beim ♂ rotgelb bis rotbraun, beim ♀ wie die Flügeldecken dunkelbraun. Aedoeagus [Abb. 28]. 1,1-1,35 mm. D: In Nordafrika und Südeuropa verhältnismäßig häufig, in Mitteleuropa viel seltener.
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Abb. 27
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Abb. 28
Enthaltene Taxafestivus fodori micans nipponicus politus pulchellus rufifrons
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 07.12.2025 - 17:54:48
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