Gattung Aplocnemus Stephens 1830

ColeopteraPolyphagaTarsen-5-5-5Dasytidae
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse)
An der Basis jeder Klaue mit einem langen, häutigen, freistehenden Anhang. Oberseite mit ± deutlichem Metallglanz. Flügeldecken kräftig punktiert und rauh abstehend behaart. Körper etwas zylindrisch, ähnlich wie die ♀ von Dasytes. Kiefertaster beilförmig, Augen scheinbar kahl, Epipleuren scharfkantig abgesetzt. Körperform in beiden Geschlechtern gleich. Bei unseren Arten sind die ♂ durch den eingebogenen Hinterrand des 5. Sternits, bei den meisten Arten auch durch abweichende Fühlerbildung erkennbar. Man findet die Arten vorzugsweise an blühendem Nadelholz, sie wurden aber auch schon aus Laubholz gezüchtet. Zahlreiche weitere Arten im Mittelmeergebiet, insgesamt 73 in Europa.
#1
pulverulentus (Küster, 1850)🗺ColeowebOberseite matt, schwarz; Halsschild gedrängt punktiert. Körperform gedrungen. 5-6,6 mm. D: 1 ♂ aus Mähren gemeldet, sonst in Italien und Jugoslawien; 2002 ein Fund in Nordtirol.
→ 2-Oberseite ± glänzend, metallschimmernd.
#2
impressus (Marsham, 1802)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldeckenseitenrand mit dicht gestellten Zähnchen besetzt, die besonders an der Spitze gut erkennbar sind. Braunschwarz mit Bronzeglanz, Oberseite dicht und lang gelbgrau behaart. Halsschild glänzend, mäßig dicht, kräftig punktiert, Flügeldecken kräftig und dicht punktiert. Fühler und Beine gelbbraun, Fühler zur Spitze und Schenkel, selten auch die Schienen umfangreich gebräunt. Fühler in beiden Geschlechtern gleich, Mittelglieder nur schwach erweitert, nicht quer. 4-5 mm. D: In ganz Mitteleuropa sowie den angrenzenden Ländern. Im allgemeinen nicht häufig, im Norden selten. (=pini Redt.)
→ 3-Flügeldeckenseitenrand auch vor der Spitze höchstens schwach gewellt. Oberseite (ausgenommen chalconatus) anders gefärbt.
#3
nigricornis (F., 1792)Fundmeldungen🗺ColeowebFühler relativ zart, die kurz 3-eckigen Glieder auch beim ♂ höchstens so breit wie die Vorderschienen. Dunkel blaugrün metallisch [Abb. 1], Oberseite goldgelb oder weißlichgrau behaart, Fühlerbasis umfangreich und Beine rotgelb, Schenkel meistens, Schienen selten angedunkelt. Aedoeagus [Abb. 2] [Abb. 3]. Kleinste und schlankste Art der Gattung, 4-4,8 mm. D: In fast ganz Europa, in Mitteleuropa überall nicht selten, von impressus konstant durch die Färbung zu trennen.
aplocnemus_nigricornis_hab.jpg
Abb. 1
aplocnemus_nigricornis.gif
Abb. 2
aplocnemus_nigricornis.jpg
Abb. 3
→ 4-Fühler kräftiger, die Mittelglieder beim ♂ gewöhnlich breiter als die Vorderschienen, andernfalls Fühler bis auf das 2. Glied dunkel. Größere und breitere Arten von mindestens 5 mm.
#4
→ 5Schienen umfangreich angedunkelt oder ganz schwarz, Flügeldecken schwarz behaart. Von den hierher gehörenden Arten lassen sich nur die ♂ durch Fühler- und Genitalbau sicher bestimmen.
chalconatus (Germ., 1817)🗺Coleoweb-Schienen, Tarsen (letztes Glied manchmal ausgenommen), 2. und 3. Fühlerglied rotgelb. Flügeldecken hinten goldbraun oder grau behaart. Oberseite dunkel grünblau metallglänzend oder bronzefarbig. Halsschild nahe der Basis am breitesten und nach vorn leicht gerundet verengt, mäßig fein und ziemlich dicht punktiert, Flügeldecken stark und nur mäßig dicht, nach hinten feiner und weitläufiger punktiert. Das 5. Tergit beim ♀ breit, in der Mitte eingekerbt oder eingebuchtet. Aedoeagus [Abb. 4]. 5-5,8 mm. D: Von Triest bis Südfrankreich gemeldet, Südtirol nicht selten, eine nicht nachprüfbare Angabe auch aus Kärnten. (=pinicola Kiesw.) (=aestivus Kiesw.)
aplocnemus_aestivus.gif
Abb. 4
#5
→ 6Fühlerglieder beim ♂ innen nicht lang und spitz ausgezogen. 6.-9. Fühlerglied nicht breiter als lang. ♂: 1. Sternit ohne Auszeichnung.
→ 7-Fühlerglieder beim ♂ innen lang und spitz ausgezogen, 6.-9. Fühlerglied breiter als lang. ♂: 1. Sternit oft mit behaarter, matter, runder Makel.
#6
virens (Suffrian, 1843)Fundmeldungen🗺ColeowebOberseite schwarz mit dunkelgrünem Erzschimmer, Fühler und Beine dunkelbraun, 2. Fühlerglied aufgehellt. Halsschild schwächer quer, nach vorn schwach verengt, Seiten ziemlich gleichmäßig schmal gerandet. Halsschild feiner als die Flügeldecken, aber ziemlich dicht punktiert. Fühler des ♂ schlanker, Glied 3 über die Hälfte länger als breit. Aedoeagus [Abb. 5]. 5-5,5 mm. D: In Westeuropa weit verbreitet, in Mitteleuropa nur im Westen (Hessen, Rheinland), selten. (=ahenus Kiesw.)
aplocnemus_virens.gif
Abb. 5
-Oberseite schwarz mit dunkelblauem Metallschimmer, Beine ± braun, 2. Fühlerglied aufgehellt. Halsschild kräftig quer, seitlich stärker gerundet, nach vorn stärker verengt, die Seitenabsetzung hinten ziemlich breit, nach vorn etwas verschmälert. Halsschildpunktur mäßig dicht, etwas schwächer als auf den Flügeldecken. Fühler des ♂ dicker, Glied 3 kaum 1/2 länger als breit. 5,8 mm. D: Von dieser Rasse liegt bisher nur 1 ♂ aus dem Fichtelgebirge vor. Vermutlich im Südosten weiter verbreitet. virens ssp. ...orientalis Lohse
#7
tarsalis (Sahlberg, 1822)🗺ColeowebOberseite dunkelblau, selten dunkelgrün, metallisch. 1.-3. Fühlerglied z. T. aufgehellt, auch die Tarsen z. T. rötlich, nie völlig schwarz. Punktur des Halsschilds deutlich schwächer als die der Flügeldecken, neben dem Halsschildseitenrand nicht gedrängt oder verrunzelt. Der Längseindruck neben Auge und Fühlerwurzel läuft nach vorn ± gerade aus. Aedoeagus [Abb. 6], Die ♀ lassen sich von den oft ähnlichen ♀ des aestivus durch das schmälere, hinten einfach gerundet abgestutzte 5. Tergit unterscheiden. 5-5,8 mm. D: Boreoalpin, das Nordareal reicht von Skandinavien und dem Baltikum bis nach Ostpreußen. Sonst wohl in allen höheren Gebirgen von Mitteleuropa, nach Süden bis zum Mte. Baldo und dem Appenin. überall selten. (=kuesteri Schilsky)
aplocnemus_tarsalis.gif
Abb. 6
→ 8-Oberseite schwarz mit dunkelblauem, selten schwachgrünlichem Metallschimmer, Fühler und Beine schwarz, 2. Fühlerglied höchstens schwach aufgehellt, die Tarsen fast stets ganz dunkel. Aedoeagus anders.
#8
alpestris Kiesw., 1861Fundmeldungen🗺ColeowebOberseite schwarz mit dunkelblauem Metallschimmer, Fühler und Beine schwarz, 2. Fühlerglied höchstens schwach aufgehellt. Körper schlanker. Punktur des Halsschilds etwa so stark wie die der Flügeldecken, an den Halsschildseiten gedrängt und etwas verrunzelt. Stirnfurchen vorn deutlich halbkreisförmig nach innen gebogen. Aedoeagus [Abb. 7]. 5-5,8 mm. D: Im Schweizer Alpengebiet in Höhenlagen von 1600 bis 1900 m nicht besonders selten, in den Ostalpen verstreut und selten, Südtirol sehr selten, aus der schwäbischen Alb liegt ein gesicherter Fund vor, vielleicht auch im Schwarzwald aufzufinden.
aplocnemus_alpestris.gif
Abb. 7
integer Baudi, 1873🗺Coleoweb-Oberseite mit blauem, selten schwachgrünlichem Metallschimmer. Fühler und Beine schwarz. Körperform auffällig robust. ♂: Von alpestris durch das Fehlen der Auszeichnung auf dem 1. Sternit, von tarsalis durch die ganz dunklen Körperanhänge zu unterscheiden. Aedoeagus [Abb. 8]. D: Wurde in der Slowakei gefunden, sonst in Ungarn, Jugoslawien und Italien.
aplocnemus_integer.gif
Abb. 8
Enthaltene Taxaalpestris chalconatus impressus integer nigricornis pulverulentus tarsalis virens
Erstellt am: 12.06.2013 · Letzte Aktualisierung: 10.05.2023 - 13:09:27
Creative Commons LizenzvertragKäfer Europas herausgegeben von Arved Lompe sind lizenziert unter den Bedingungen der Creative Commons International 4.0 Lizenz BY-SA (Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen)