Gattung Agapanthia Serville, 1835

CerambycidaeLamiinaeAgapanthiini
Von Gerhard Brunne und Arved Lompe (n. K.W. Harde, U. Bense)Literaturverzeichnis ⇒
Fühler 12-gliedrig, unten mit längeren Wimperhaaren besetzt; bei ♂ und ♀ länger als der Körper. Beine ziemlich kurz. Stirn und Wangen +/- dicht weißgrau behaart, Scheitel median mit einer weißen Längsbinde; Halsschild meist mit 3 +/- vollständigen, weiß-gelblichen Längsbinden; Schildchen dicht weiß oder gelblichweiß tomentiert. Die Arten leben auf krautigen Pflanzen, in deren Stengel und Wurzelstöcken sich die Larven entwickeln. 23 Arten in Europa, davon 11 auch in Mitteleuropa.
Mir nicht bekannt sind die folgenden Arten:
D: Zypern. ...gemella Holzschuh, 1989
Habitus [Abb. 1]. Aedoeagus [Abb. 2]. Südrußland, Türkei. ...lederi Ganglbauer, 1884
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Abb. 1
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Abb. 2
D: Zypern. ...nicosiensis Pic, 1927
D: Italien, Frankreich, Spanien. ...sicula Ganglbauer, 1884
#1
Agapanthiola Gglb., 1900Halsschild länger als breit, nur mit einzelnen Haaren. Fühlerglieder nicht hell geringelt. Flügeldeckenseiten hinter der Mitte leicht bauchig erweitert. Siehe Gattung.
→ 2-Halsschild meist breiter als lang oder höchstens etwas länger als breit, mit abstehenden ± langen Haaren besetzt. Die Fühlerglieder vom 3. ab meist ± hell geringelt. Flügeldeckenseiten parallel oder nach hinten verschmälert. Untergattung: Agapanthia s.str.
#2
irrorata (F., 1787)🗺ColeowebHalschildscheibe mit zahlreichen deutlichen Querfalten. Kopf, Halsschild, Flügeldecken und Beine dunkelblau bis schwarzblau;, Flügeldecken meist mit zahlreichen auffälligen, weiß oder gelblichweiß behaarten Flecken, die typischerweise jederseits in 4 Längsreiben angeordnet sind; Unterseite und Beine mit undeutlicher, grauer, fleckiger Behaarung. 1. und 2. Fühlerglied schwarz, 3. bis 12. Glied an der Basis rotbraun mit weißer Behaarung und zur Spitze hin schwarzbraun bis schwarz.13-23 mm. B: Entwicklung in Kräutern (besonders in Carduaceae wie ·Onopordon illyricum· und Carduus-Arten, aber auch in ·Thapsia·, ·Salvia bicolor·, Ferula, Daucus, Phoeniculum, Chrysanthemum, Verbascum, Asphodelus). Larven fressen in den Stengeln. Imagines von V-Vl. D: Süditalien, Sardinien, Südspanien, Nordafrika.
→ 3-Halsschild ohne deutliche Querfalten.
#3
→ 4Körper deutlich metallisch blau, grünlich oder violett gefärbt, Flügeldecken ohne Grundbehaarung oder, besonders zum Ende hin, mit mehr oder weniger deutlicher grauer Behaarung.
→ 7-Körper schwarz oder schwarzbraun, bisweilen etwas metallisch glänzend. Flügeldecken meist mit gleichmäßiger oder fleckig verteilter, gelber, gelbbrauner oder gelblichweißer Grundbehaarung.
#4
frivaldszkyi Ganglbauer, 1884🗺ColeowebErstes Fühlerglied außen mit einzelnen sehr groben und tiefen Punkten. Schildchen nicht hell tomentiert. Kopf, Halsschild und Flügeldecken metallisch blau. Flügeldecken nur mit abstehender, schwarzer Behaarung, ohne graue Grundbehaarung. 1. und 2. Fühlerglied schwarzblau, 3. bis 12 Glied schwarz mit grauer Behaarung. 7-10 mm. B: Imagines im VI. D: Bulgarien, Türkei.
→ 5-Erstes Fühlerglied außen ohne grobe und tiefe Punkte; Schildchen hell tomentiert; Flügeldecken zum Ende hin meist mit deutlicher, grauer Grundbehaarung
#5
osmanlis Reiche, 1858🗺ColeowebFühler vom 4. Glied an oben an der Basis deutlich weiß geringelt (makroskopisch sichtbar), unten in ganzer Länge weißlich tomentiert. Kopf, Halsschild, Flügeldecken und Beine metallisch blau oder grünblau. Vorderer Wangenbereich und der Bereich zwischen Augenvorderrand und Stirn meist mit einem dichter weiß oder gelblichweiß behaarten Tomentstreifen, Schläfen und hinterer Wangenbereich ebenfalls streifenförmig gelblichweiß tomentiert. Flügeldecken matt und glanzlos, besonders hinten mit ziemlich dichter, grauer Grundbehaarung; Vorder-, Mittel- und Hinterbrust seitlich mit je einem weiß oder gelblichweiß tomentierten Längsstreifen. 10-16 mm. B: Imagines im V. D: Südosteuropa: Ugarn, Rumänien, Bulgarien,Tütkei.
→ 6-Fühler nicht deutlich geringelt, 4. Glied und die folgenden an der Basis sehr fein und häutig undeutlich weißlich behaart.
#6
lais Reiche, 1858🗺ColeowebKörper glänzed, strahlend metallisch grünblau bis grün gefärbt [Abb. 3]. Flügeldecken auch zum Ende hin sehr dünn und nur bei schräger Ansicht deutlich anliegend weißgrau behaart; Halsschild stets breiter als lang, am Vorderrand so breit wie am Hinterrand, mit 3 weiß behaarten Längsbinden, von denen besonders die mittlere meist sehr undeutlich ist. Vorder-, Mittel- und Hinterbrust seitlich mit je einem weißen oder gelblichweißen Haarstreifen. 11-16 mm. B: Entwicklung in ·Onopordum macrocephalum· (Asteraceae). D: Griechenland: Peloponnes, Kleinasien, Syrien.
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Abb. 3
→ 6a-Körper glänzend, metallisch blau, violett, grünblau oder grün gefärbt, aber nie so stark glänzend wie lais.
#6a
violacea (F., 1775)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken vor der Spitze ohne helle Behaarung (mit bloßem Auge kahl erscheinend) [Abb. 4] [Abb. 5]. Halsschild so breit wie lang oder breiter als lang, am Vorderrand meist schmäler als am Hinterrand, gelegentlich aber auch gleichbreit; die 3 charakteristischen weißlich behaarten Längsstreifen fehlen. Stirn nur mit einigen eingestreuten weißen Haaren, die Brustseiten meist einheitlich dunkel behaart. ♂ Genital: Tegmen [Abb. 6]. 7-13 mm. B: Entwicklung in ·Centaurea·, aber auch von ·Centranthus ruber·, ·Psoralea bituminosa·, ·Onobrychis viciifolia·, ·Scabiosa·, ·Echium·, ·Medicago·, ·Salvia·, ·Valeriana·, ·Pyrethrum·, ·Carduus· gemeldet. Imagines von V-VIII. D: Südeuropa; Verbreitung in Mitteleuropa ungeklärt, da viele Meldungen wohl auf die folgende Art zu beziehen sind. Ich habe 1 ♀ aus Griechenland, das nach der Beschreibung zu dieser Art gehört. Ovipositor länger und gestreckter als bei intermedia [Abb. 7], IX Sternit mit wenigen (<10) größeren Borsten [Abb. 8].
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Abb. 4
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Abb. 5
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Abb. 6
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Abb. 7
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Abb. 8
intermedia Ganglbauer, 1884Fundmeldungen🗺Coleoweb-Flügeldecken zum Ende hin zwischen der dunklen, schräg abstehenden Behaarung deutlich anliegender weißgrau behaart [Abb. 9] [Abb. 10]. Stirn, Wangen, Mandibelbasis und die Seiten der Vorder-, Mittel- und Hinterbrust meist weiß bis gelblichweiß behaart. Auf dem Halsschild sind die 3 charakteristischen weißlich behaarten Längsstreifen manchmal angedeutet. ♂ Genital: Tegmen [Abb. 11] [Abb. 12]. 7-13 mm. B: Entwicklung in ·Knautia·. D: Von Südeuropa bis Norddeutschland verbreitet. Bei Tieren aus Holstein ist bei den ♀ der Ovipositor kürzer als bei violacea [Abb. 13], IX Sternit mit zahlreichen größeren Borsten [Abb. 14]; Spermatheka [Abb. 15]; Tegmen des ♂ [Abb. 16] Nach Sama (l.c.) sind auch die Larven von violacea und intermedia deutlich zu unterscheiden, so daß an der artlichen Verschiedenkeit keine Zweifel bestehen.
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Abb. 9
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Abb. 10
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Abb. 11
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Abb. 12
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Abb. 13
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Abb. 14
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Abb. 15
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Abb. 16
#7
→ 8Flügeldecken mit einer hell tomentierten Nahtbinde.
→ 9-Flügeldecken ohne hell tomentierte Nahtbinde.
#8
suturalis (F., 1787)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken am Ende einzeln zugespitzt, etwas klaffend, die Naht und auch die Seitenränder dort dicht gelb tomentiert [Abb. 17]. ♂: Medianlobus ohne größere Zähnchen [Abb. 18]; Penis [Abb. 19]. D: Spanien, Sizilien, Nordafrika, Kleinasien.
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Abb. 17
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Abb. 18
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Abb. 19
cardui L., 1767Fundmeldungen🗺Coleoweb-Flügeldecken am Ende +/- gemeinschaftlich spitzbogig gerundet, die dichte Tomentierung der Naht setzt sich nicht auf die Seitenränder fort. Flügeldecken im allgemeinen zum Ende hin deutlich konisch verengt. Körper schwarz mit leichtem Bronzeglanz. Flügeldecken mit schütterer, weißgrauer bis gelblichweißer Grundbehaarung und dicht weiß oder gelblichweiß behaarter Nahtbinde [Abb. 20]. Fühler schwarz bis schwarzbraun, 3. bis 12. Glied an der Basis breit weißgrau geringelt. ♂: Endophallus mit +/- großen Zähnchen besetzt [Abb. 21]; Penis [Abb. 22]. 6,5-13,5 mm. B: Imagines von III-VII. D: Südeuropa, nach Norden bis Belgien und ins Rheinland vorkommend. . (=pannonica Kratochvil, 1985)
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Abb. 20
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Abb. 21
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Abb. 22
#9
→ 10Drittes Fühlerglied an der Basis nur schmal weiß oder weißgrau behaart.
→ 12-Drittes Fühlerglied überwiegend hell gefärbt und behaart (weißgrau, rötlich oder gelb), nur an der Spitze schwarz behaart; manchmal an der Basis auch mit heller Grundfärbung.
#10
→ 11Seiten der Brust sehr dicht weiß oder gelblichweiß, streifenförmig tomentiert, die übrige Unterseite dünner behaart.
cynarae (Gyllenhal, 1817)Fundmeldungen🗺Coleoweb-Seiten der Brust so dicht wie die übrige Unterseite behaart. Flügeldecken oberseits mit gleichmäßiger, gelber oder gelbgrauer Tomentierung, makroskopisch oliv erscheinend [Abb. 23]. Beine dicht gelblichgrau behaart. 1. Fühlerglied schwarz, außen mit spärlicher, gelblichweißer Behaarung, 3. bis 12. Glied mit schmaler, rotbraun gefärbter und weiß behaarter Basis, jedes Glied zum Ende dunkelbraun bis schwarz werdend. 14-23 mm. B: Entwicklung in ·Carduus pycnocephalus·, Cirsium, Onopordon, aber auch in Aconitum, Acanthus. Imagines von V-VI. D: Südeuropa, vor allem östlich; nach Norden bis in die Slovakei, Burgenland (?).
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Abb. 23
#11
maculicornis (Gyllenhal, 1817)🗺ColeowebErstes Fühlerglied auch außen mit längeren, abstehenden Haaren besetzt, die Haare so lang oder länger als der halbe Durchmesser des 1. Fühlerglieds [Abb. 24]. Parameren breit, weniger als 3 mal so lang wie breit [Abb. 25]. Flügeldecken schwach metallisch glänzend, mit grauer, zum Ende hin dichter werdender Behaarung; Beine grau behaart. 3. bis 12. Fühlerglied an der Basis mit dichter, weißgrauer Behaarung, 3. Glied nur sehr schmal geringelt. 10-15 mm. B: Imagines in der Ukraine auf ·Helianthus annuus· (? Fraßpflanze). Überall sehr seltene Steppenart. D: Von Südosteuropa ins südöstliche Mitteleuropa (Slowakei, (?) Österreich) einstrahlend; Süditalien.
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Abb. 24
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Abb. 25
davidi Slama, 1986-Erstes Fühlerglied außen mit kürzeren und weniger abstehenden Haaren besetzt, die Haare deutlich kürzer als der halbe Durchmesser des 1. Fühlergliedes [Abb. 26]. Parameren schlank, mehr als 3 mal so lang wie an der Basis breit [Abb. 27]. Sonst wie der vorige. 10-13 mm. D: Italien.
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Abb. 26
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Abb. 27
#12
→ 13Flügeldecken auf der Oberseite gleichmäßig tomentiert oder gefärbt.
→ 21-Flügeldecken auf der Oberseite ± deutlich fleckig oder wolkig tomentiert (nicht gleichmäßig).
#13
annularis (Olivier, 1795)Fundmeldungen🗺ColeowebHalsschild und Scheitel in der Mitte ohne hell tomentierte Längsbinden [Abb. 28]. Scheitel, Halsschildscheibe und Flügeldecken gleichmäßig mit sehr kurzer, brauner Behaarung; Schildchen auffällig gelb oder gelblichweiß behaart; Halsschildseiten jederseits mit einer dichten, gelben oder gelblichweißen Tomentbinde; Unterseite und Beine mit gelber Behaarung. 1. Fühlerglied schwarz, außen mit gelblicher Behaarung, 2. Glied rotbraun bis dunkelbraun, 3. bis 12. Glied überwiegend gelb oder gelborange, nur das letzte Viertel (beim 3. Glied) oder Drittel schwarz gefärbt und behaart. 7-15 mm. B: Entwicklung wahrscheinlich in den Stengeln von Disteln (·Carduaceae·). Imagines von IV.-VI. D: Im äußersten Süden der Iberischen Halbinsel, Nordafrika.
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Abb. 28
→ 14-Scheitel in der Mitte mit einer hellen Tomentbinde; Halsschild mit einer oder zwei hell behaarten Längsbinden.
#14
reyi Mulsant et Godard, 1870Halsschild mit zwei parallelen Medianbinden. Flügeldecken etwas zugespitzt, gröber und mehr runzelig punktiert, etwas anders tomentiert. 9-15 mm. D: Spanien. Angaben nach Plavilstshikov (l.c.); in der Fauna Europaea nicht (mehr) angeführt.
→ 15-Halsschild mit nur einer Tomentbinde in der Mitte.
#15
kirbyi (Gyllenhal, 1817)🗺Coleoweb1. Glied der Hintertarsen kurz, zusammen mit dem 2. nicht länger als das Klauenglied. Flügeldecken auf der Oberseite gleichmäßig bräunlichgelb tomentiert. Halsschild mit breiter hell tomentiertem Streifen in der Mitte [Abb. 29] sowie den obligatorischen Seitenbinden; Halsschild zwischen den Binden nur spärlich abstehend behaart und dicht und grob punktiert. Körper breiter. Unterseite und Beine dicht graugelb tomentiert. 1. Fühlerglied schwarz, außen ohne oder nur mit spärlicher, gelber Behaarung, 3. Fühlerglied an der Basis breit (über die Hälfte) und dicht gelb tomentiert, die folgenden in der Basalhälfte hell rötlich mit gelber Behaarung. Enden der Glieder schwarz, 3. und 4. Glied am Ende mit einem schwarzen Haarbüschel. 14-28 mm. B: Entwicklung in ·Verbascum·-Arten: chaixi, lychnitis, nigrum, sinuaturn, thapsus. Imagines von IV-Vll. D: Mediterrane Art; sehr selten im südlichen Mitteleuropa (Tschechoslowakei, (?) Österreich). Nach Heyrovsky ist kirbyi von den älteren Sammlern irrtümlich als asphodeli Latr. angesehen und aus Böhmen gemeldet worden. Die Art asphodeli kommt in Mitteleuropa nicht vor.
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Abb. 29
→ 16-1. und 2. Glied der Hintertarsen zusammen länger als das Klauenglied. Flügeldeckenbehaarung nicht sehr dicht, oft überwiegt die glänzende Grundfärbung. 3. Fühlerglied breit rötlichweiß gefärbt.
#16
→ 17Drittes Fùhlerglied an der schwarzen Spitze mit einem dichten Büschel aus schwarzen Haaren.
→ 18-Drittes Fühlerglied an der schwarzen Spitze ohne schwarzes Haarbüschel, aber bisweilen etwas stärker bewimpert.
#17
lateralis Ganglbauer, 1884🗺ColeowebSeitenabfall der Flügeldecken in Verlängerung der Halsschildseitenlinie dicht gelb behaart und scharf begrenzt, zur Flügeldeckenmitte hin schließt sich ein meist deutlicher, dünn weißgrau tomentierter Längsstreifen an, Mittelbereich der Flügeldecken gleichmäßig gelblich tomentiert. Unterseite und Beine fleckig graugelb tomentiert; Fühler lang, 1. Glied schwarz, außen mit spärlicher, gelber Behaarung, 3. bis 12. Glied überwiegend rötlich mit weißer Behaarung, 3. Glied im hinteren Fünftel, 4. Glied im hinteren Drittel schwarz mit schwarzem Haarbüschel, die folgenden Glieder in der Hinterhälfte schwarz. 12-24 mm. D: Türkei.
schurmanni Sama, 1979Fundmeldungen🗺Coleoweb-Seitenabfall der Flügeldecken leicht fleckig und nicht so dicht wie die Halsschildseitenlinie behaart, nicht scharf abgesetzt, zur Flügeldeckenmitte hin schließt sich kein weißgrau tomentierter Längsstreifen an, Flügeldecken dünn, mikroskopisch unregelmäßig fleckig braun tomentiert, mit metalisch bleifarbenem Glanz. Unterseite und Beine fleckig graugelb tomentiert. 3. Fühlerglied schwarz, außen mit spärlicher, gelber Behaarung, 3. und 4. Glied zu zwei Drittel, 5. bis 12. Glied basal rötlich mit teilweise schütterer, weißer Behaarung, Glieder zum Ende hin schwarz, meist das 3., oft auch das 4. und 5. Glied am Ende mit schwarzem Haarbüschel. 10-16 mm. B: Wahrscheinlich in den Stengeln von ·Asphodeline taurica·, Imagines von V.-VI. D: Griechenland, ehemaliges Jugoslawien.
#18
asphodeli (Latreille, 1804)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken zumindest in der hinteren Hälfte makroskopisch und mikroskopisch gleichmäßig und dicht braungelb behaart [Abb. 30]. Unterseite und Beine fleckig graugelb tomentiert. 1. Fühlerglied schwarz, außen mit deutlicher, gelber Behaarung, 2. Glied schwarz, 3. bis 12. Glied überwiegend rötlich mit weißer Behaarung, 3. Glied nur ganz am Ende, die folgenden Glieder etwas umfangreicher schwarz gefärbt. 13-23 mm. B: Entwicklung besonders in ·Asphodelus·-Arten, aber auch in ·Thapsia villosa·, Ferula und in Carduaceae. Imagines von IV-Vll. D: Mittelmeergebiet. Meldungen aus Böhmen waren Verwechslung mit kirbyi, siehe LZ >>>15
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Abb. 30
→ 19-Flügeldecken makroskopisch blei- oder bronzeglänzend, mikroskopisch unregelmäßig fleckig oder wolkig behaart.
#19
Flügeldecken schlank, mindestens 2,9 mal so lang wie an den Schultern breit, Seitenabfall der Flügeldecken nicht auffällig dichter als die Oberseite behaart (Art aus Nordwest-Griechenland und dem ehemals jugoslawischen Makedonien) siehe schurmanni Sama, 1978 LZ >>>17
→ 20-Flügeldecken breit, 2,4-2,7 mal so lang wie an den Schultern breit, Seitenabfall der Flügeldecken meist deutlich dichter als die Oberseite behaart; 2 Arten von Kreta.
#20
cretica Bernhauer, 1978Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken bronzeglänzend, bis zur Spitze mit lang abstehenden, schwarzen Haaren besetzt, Flügeldecken schwach gelb, unregelmäßig behaart, bei flüchtigem Hinsehen kahl erscheinend, zwischen dem Seitenabfall und der unregelmäßig behaarten Oberseite ohne grau behaarten Längsstreifen [Abb. 31]. Unterseite und Beine gelblichgrau behaart. 1. Fühlerglied schwarz, außen nur mit spärlicher, gelblichgrauer Behaarung, 3. Glied basal zu vier Fünftel, 4. Glied basal zu zwei Drittel, die folgenden Glieder basal breit rötlich mit weißer Behaarung, 3. bis 12. Glied am Ende schwarz. 13-16 mm. B: Entwicklung in ·Asphodeline lutea·. Imagines von Ill-IV. D: Griechenland: Kreta.
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Abb. 31
probsti Holzschuh, 1984🗺Coleoweb-Flügeldecken bleifarben, die lang abstehende Behaarung reicht nur bis zum letzten Fünftel der Flügeldecken, die gelbe, unregelmäßige Flügeldeckenbehaarung ist deutlicher abgehoben, neben dem gelb behaarten Seitenabfall der Flügeldecken befindet sich ein abgesetzter, grauer Längsstreifen. Unterseite und Beine gelblichgrau behaart. 1. Fühlerglied schwarz, außen nur mit spärlicher, gelblichgrauer Behaarung, 3. Glied basal zu vier Fünftet, 4. Glied basal zu zwei Drittel, die folgenden Glieder basal breit rötlich mit weißer Behaarung, 3. bis 12. Glied am Ende schwarz. 10-16 mm. B: Imagines von V.-VI. D: Griechenland: Kreta.
#21
dahli (Richter, 1821)Fundmeldungen🗺ColeowebGrundfarbe der Fühlerglieder an der Basis vom 3. ab rotgelb, 4. bis 12. Glied ebenfalls rötlichweiß und schwarz geringelt, die schwarzen Spitzen des 3. und 4. Glieds meist mit einem dichten, schwarzen Haarbüschel. Halsschild breiter als lang. Flügeldecken oben fleckig gelblich oder graugelb tomentiert. 10-20 mm. B: Larve in Carduaceae wie ·Carduus scanthoides·, Onopordon, Cirsium, aber auch in Laserpitium, Pastinacia, Heracleum, Pyrethrum, Corícium maculatum, Daucus, Eupatorium cannabinum, Ferula; in Rußland als Schädling in Sonnenblumen. Imagines VI-VII. Steppenart. D: Von Südosteuropa nur ins südöstliche Mitteleuropa einstrahlend (Tschechoslowakei, Österreich, Schlesien).
→ 22-Grundfarbe der Fühlerglieder im ganzen schwarz, nur durch die Behaarung hell geringelt, seltener an der Basis undeutlich rötlich.
#22
villosoviridescens (De Geer, 1775)Fundmeldungen🗺ColeowebFlügeldecken wenig glänzend, dicht pubeszent gehaart [Abb. 32]. Halsschild fast so lang wie breit [Abb. 33]. Das 3. Fühlerglied nur am Ende schwarz, sonst hell behaart, die folgenden Fühlerglieder schwarz, an der Basis breit hell geringelt. Flügeldeckentoment ausgesprochen fleckig verteilt. Aedoeagus [Abb. 34]. 10-22 mm. B: Larve in verschiedenen krautigen Pflanzen, vor allem in Carduus- und Cirsium-Arten, aber auch Urtica, Heracleum, Anthriscus, Angelica, Chaerophyllum, Peucedanum, Eupatorium, Artemisia, Aster, Senecio, Helleborus, Salvia, Gentiana, Foeniculum, Aconitum, Veratrum album. Imagines V-IX. D: In ganz Europa; bei uns oft häufig.
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Abb. 32
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Abb. 33
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Abb. 34
villosoviridescens gazanchidisi Lazarev, 2021-Flügeldecken erzfarben glänzend [Abb. 35], vor allem im vorderen Bereich weniger dicht pubeszent behaart. Sonst dem vorigen sehr ähnlich. Aedoeagus [Abb. 36]. B: An ·Melitotus·. D: Bisher aus Bulgarien und Griechenland bekannt. Anmerkung:Die ♂ Genitalien sollen nach Lazarov (2021) aussehen wie von Kasatkin (l.c.) beschrieben [Abb. 37]; dies stimmt aber nicht mit den mitteleuropäischen Tieren überein: Lennart Wessel hat ein ♂aus Jerxheim präpariert und dieses Genital gefunden [Abb. 38]; ich habe 1 Tier aus Südtirol, das oben abgebildet ist und gut mit dem des Tieres aus Jerxheim übereinstimmt. Nach Rückfrage beim Autor der Art teilte dieser mit: "Your animal is definitely Ag. villosoviridescens villosoviridescens. You see Ag. villosoviridescens gazanchidisi is impossible in Germany. I believe such variable taxa are mostly characterized by geography, as all characters (including genitals) are not stable. So, big series of specimens are necessary for good morphological diagnosis." Das entspricht nicht so ganz der gängigen Artdefinition. Der Autor benennt die Art jetzt Ag. villosoviridescens gazanchidisi - also als Subspecies. Beschrieben ist sie als Species (Lazarov 2021), später (Lazarov 2024) zusammen mit 11 anderen Agapanthia-Arten zu Subspecies herabgestuft. Einige der "Subspecies" kommen ausweislich der Verbreitungskarten sympatrisch mit anderen vor, was per definitionem nicht vorkommem kann. Das ist dringend revisionsbedürftig.
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Abb. 35
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Abb. 36
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Abb. 37
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Abb. 38
Enthaltene TaxaAgapanthiolaannularis asphodeli cardui cretica cynarae dahli davidi frivaldszkyi intermedia irrorata kirbyi lais lateralis maculicornis osmanlis probsti reyi schurmanni suturalis villosoviridescens violacea
Literaturverzeichnis
Plavilstshikov, N. N. (1930): Die Agapanthia-Arten der paläarktischen Region. Best.Tab. der europ. Coleopteren, Troppau 98 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Reitter-Best-Tab-Heft98 Agapanthia Plavilstshikov.pdf"
Kratochvil, J. (1985): Two new European species of Cerambycidae (Coleoptera). - Ann. zool. bot.Bratislava 167: 1-7.
Bense, U. (1995): Bockkäfer - Illustrierter Schlüssel zu den Cerambyciden und Vesperiden Europas Margraf Verlag, Weikersheim lSBN 3-8236-1153-4
Sama, G. (2008): Notes on the genus Agapanthia Serville, 1835 (Coleoptera: Cerambycidae: Lamllnae: Agapanthini) - Boletin Sociedad Entomológica Aragonesa, 42:123-127 >>>"F:\taxa\coleo\scans\Sama2008 Agapanthia .pdf"
Kasatkin, D.G. (2020): Contribution to the knowledge of the genus Agapanthia Audinet-Serville, 1835 (Coleoptera: Cerambycidae: Lamiinae) from the Near East and Transcaucasia - Caucasian Entomological Bulletin, 16(2): 233-249 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Kasatkin2020 Agapanthia.pdf"
Lazarev, M.A. (2021): A new species of Agapanthia (Epoptes Gistel, 1857) close to A. villosoviridescens (DeGeer, 1775) from South Europe - Ent. BI. Col. (2021) 117:31-34 >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Lazarev2021 Agapanthia.pdf"
Lazarev, M.A. (2024): Taxonomy structure of Agapanthia villosoviridescens (DeGeer, 1775) (Coleoptera, Cerambycidae) - Humanity space International almanac VOL. 13, No 6, 2024: 455-523 >>>https://www.researchgate.net/publication/382641203_Taxonomy_structure_of_Agapanthia_villosoviridescens_DeGeer_1775_Coleoptera_Cerambycidae und >>>"F:\TAXA\coleo\Scans\Lazarev2024 Agapanthia.pdf"
Erstellt am: 05.08.2009 · Letzte Aktualisierung: 06.11.2024 - 02:55:36
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